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Kommunalwahl:Bernhard Spötzl will in Ebersberg Bürgermeister werden

Der baldige Bau einer Umgehung ist ein wichtiges Ziel des FDP-Politikers Bernhard Spötzl.

(Foto: Christian Endt)

Bernhard Spötzl tritt für die FDP als Kandidat an. Damit stehen bisher schon vier Bewerber zur Wahl.

Das Rennen um den Chefsessel im Rathaus der Kreisstadt wird immer spannender. Nach der CSU mit Alexander Gressierer, der SPD mit Ulrich Proske und den Freien Wählern mit Toni Ried hat nun auch die FDP Interesse angemeldet: Bernhard Spötzl, bislang einziger Stadtrat der Liberalen in Ebersberg, wird bei der Bürgermeisterwahl am 29. März antreten.

Kommunalpolitik ist für den 57-jährigen selbständigen Vermessungsingenieur, nicht ganz neu. Sein erstes Mandat im Stadtrat gewann Spötzl bei der Kommunalwahl 1990, damals noch für die CSU, bei der Wahl 2002 verpasste er aber den Wiedereinzug ins Gremium. Dies gelang ihm dann 2014 mit der FDP, deren Ortsvorsitzender Spötzl von 2012 bis 2016 war. Selbst erklärt er den Wechsel von den Christsozialen zu den Liberalen mit einer "Entfremdung von der CSU" - von der er aber seine früheren Parteifreunde in Ebersberg ausdrücklich ausnimmt. "Ich habe kein Problem mit den CSUlern vor Ort", so Spötzl, als aber 2007 "mit Horst Seehofer der Populismus gekommen ist", sei er ausgetreten.

Die FDP hat eine eigene Trasse für die Umgehung vorgeschlagen

Seine Offenheit gegenüber den früheren Fraktionskollegen dürfte er im Falle eines Wahlsieges gut brauchen können, denn Spötzl hat viel vor. Als wichtigstes Thema nennt er den baldmöglichsten Bau einer Umgehungsstraße durch den Freistaat. "Wenn Ebersberg sich entscheidet, was wir haben wollen, kommen wir auch in den Bedarfsplan - wir müssen es nur wollen." Dass das mit dem Wollen bisher nicht geklappt hat, liegt für Spötzl vor allem daran, dass die zur Debatte stehenden Trassen allesamt nichts taugten. Darum haben Spötzl und FDP-Ortsvorsitzender Volker Wagner-Solbach auch bereits im vergangenen Herbst einen eigenen Entwurf vorgestellt. Dieser sieht einen weiten Bogen vom Kreisverkehr im Gewerbegebiet auf die B304 vor.

Diese Trasse sei nicht nur weniger umstritten, weil sie weitab von den Ortschaften verlaufe und so weniger Anwohner tangiere, sie könne auch der Wirtschaft helfen, so Spötzl. Nämlich indem sie das Gewerbegebiet besser an die Wasserburger Landstraße anbinde. Idealerweise könne man auch in Langwied weitere Gewerbeflächen schaffen, die dann durch die neue Straße gewissermaßen ein Gebiet würden.

Spötzl setzt auf Innenverdichtung

Auch beim öffentlichen Nahverkehr habe Ebersberg noch Verbesserungsbedarf, findet Spötzl, etwa durch die Einrichtung eines kommunalen Ruf-Busses, der die Zeiten abdeckt, wenn der Linienbus nicht fährt. Außerdem müsse im Sinne der Fußgänger und Radler die Amtsgerichtskreuzung umgebaut und in der Münchner Straße bei den Supermärkten ein Tempolimit für Autos eingeführt werden.

Beim Wohnungsbau setzt Spötzl auf mehr Innenverdichtung aber mit Augenmaß: Das Ein-Prozent-Wachstumsziel, das der Stadtrat vor einigen Jahren beschlossen hatte, will er darum auch beibehalten. Es sei in einer Stadt wie Ebersberg wichtig, "dass die Leute noch zu Fuß gehen können, es soll nicht wie in Poing werden". Als sein Motto gibt Spötzl aus: "Ebersberg als liebenswerte Kleinstadt erhalten - und verbessern wo es möglich ist."