Grafing hatte mal die erste grüne Bürgermeisterin des Landkreises Ebersberg, Angelika Obermayr. Doch 2020 kandidierte der damalige Kämmerer der Stadt für die CSU gegen seine Chefin – und gewann die Stichwahl mit 54,0 Prozent. Nun, nach seiner ersten Amtszeit, tritt Christian Bauer noch einmal an, um, wie er sagt, seine „erfolgreiche Arbeit als Bürgermeister fortzusetzen“.
Die Grünen hingegen schicken, obgleich sie die zweitgrößte Fraktion im Grafinger Stadtrat stellen, dieses Mal niemanden ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Bauers Herausforderer kommen vielmehr aus den Reihen der SPD und der Bayernpartei.
Amtsinhaber Christian Bauer, CSU

Bürgermeister Christian Bauer sagt, dass die CSU in Grafing zuletzt wichtige Grundlagen gelegt habe: Man habe neue Gewerbeflächen und zusätzlichen Wohnraum vorbereitet, die Finanzpolitik stabil gehalten, die Kinderbetreuung weiter ausgebaut und die Stadthalle saniert. „Die entscheidenden Jahre liegen aber noch vor uns“, betont Bauer. „Jetzt geht es darum, Vorarbeiten umzusetzen und Grafing fit für die Zukunft zu machen.“ Die Stadt solle lebens- und liebenswert bleiben – „für junge Familien, für die ältere Generation und für alle, die sich hier zu Hause fühlen. Wir wollen eine Stadt, die Tradition und Fortschritt miteinander verbindet“, so Bauer.
Christian Kerschner, SPD

Auch Christian Kerschner von der SPD hat sich bereits 2020 für das Bürgermeisteramt in Grafing beworben. Vergeblich zwar, doch seitdem sitzt er im Stadtrat. Und nun wagt der 54-jährige Familienvater einen neuen Versuch, den Chefsessel zu erobern. Im Stadtrat habe er immer wieder erlebt, „wie gute Ideen in den Schubladen verschwinden und die Probleme größer werden, während über Nebensächlichkeiten gestritten wird“, sagt er. Als Bürgermeister wolle er „mehr Schwung in die Umsetzung bringen und gemeinsam mit allen Beteiligten gestalten, statt nur verwalten“.
Walter Schmidtke, Bayernpartei

Die Bayernpartei geht erneut mit Walter Schmidtke als Bewerber ums Bürgermeisteramt in den Wahlkampf. Einen Unterschied zum vergangenen Mal gibt es allerdings: Schmidtke hat inzwischen einiges an praktischer Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt, denn auch wenn es 2020 nicht zum Bürgermeister gereicht hat, so reichte es doch für einen Sitz im Stadtrat. Nicht zuletzt deshalb habe er einige der drängenden Probleme noch deutlicher mitbekommen, sagt der 63-Jährige. Der freiberufliche Ingenieur, der auch bei der Grafinger Feuerwehr aktiv ist, will nach eigenen Angaben durch eine aktivere Politik besonders dem Wohnungsmangel begegnen.

