Kommunalwahl 2014:Das Ziel heißt "zwölf plus"

SPD beschließt ihre Kreistagsliste für die Wahl im März, auf den vorderen Plätzen treten zahlreiche neue Kandidaten an

Wieland Bögel

Leicht einzuschüchtern sind die Kreistagskandidaten der SPD offenbar nicht. Denn bevor es am Freitagabend darum ging, die Liste für die Wahl im März aufzustellen, hatte der Spitzenkandidat, Poings Bürgermeister Albert Hingerl, einige warnende Worte an die künftigen Kreisräte parat: "Es ist eine schwere Aufgabe, wenn ich euch sage, was alles auf euch zukommt, dann zahlt ihr sofort, steht auf und geht heim." Denn, das stellte Hingerl gleich klar, für das Ehrenamt als Kreisrat, "da geht viel Freizeit drauf".

Die 60 Kandidaten und fünf Ersatzkandidaten ließen sich davon natürlich nicht abschrecken, dass jemand fluchtartig den Saal verließ, war nicht zu beobachten. Trotzdem gab es einen guten Grund für Hingerls warnende Worte: Die meisten Kandidaten auf den vorderen Listenplätzen wären Neulinge im Gremium. Auf Platz eins und zwei kandidieren zwar amtierende Kreisräte, nämlich die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hingerl und Elisabeth Platzer. Auf Platz drei bewirbt sich Kreisvorsitzender Thomas Vogt, den vierten Listenplatz hat die im Herbst gewählte Landtagsabgeordnete und Ebersberger Stadträtin Doris Rauscher inne. Vogts Vorgänger als Kreisvorsitzender, der Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer, steht auf Listenplatz fünf und wird damit sein Kreistagsmandat wohl behalten.

Neben Vogt und Rauscher haben die Bürgermeisterkandidatinnen aus Zorneding und Glonn ebenfalls gute Chancen, neu in den Kreistag einzuziehen. Bianka Poschenrieder steht auf Platz sechs, Renate Glaser auf Platz zehn. Auch der Mann, der dem Gremium beinahe vorgestanden hätte, Ernst Böhm aus Grafing, dürfte dem nächsten Kreistag wohl angehören. Böhm, dem bei der Wahl im April rund 400 Stimmen fehlten, um neuer Ebersberger Landrat zu werden, kandidiert auf dem siebten Platz der Liste.

Nicht mehr dabei sind dagegen der ehemalige Kreisvorsitzende und Ex-Fraktionssprecher Ralf Kirchner aus Vaterstetten, auch die Glonner Kreisrätin Sabine Brückmann verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Zwei weitere Kreistagsmitglieder, der Aßlinger Götz Schindler und Markt Schwabens Altbürgermeister Bernhard Winter, stehen zwar noch auf der Liste, dürften aber in der nächsten Legislaturperiode wohl trotzdem nicht in den Kreistag einziehen. Denn Schindler steht auf dem 21., Winter sogar auf dem 31. Platz. Letzterer erhielt bei der Abstimmung über die Listenplätze das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten: Während die meisten Bewerber mit höchstens drei, viele auch mit keiner einzigen Gegenstimme nominiert wurden, sprachen sich 15 von 44 Delegierten gegen eine Kandidatur Winters aus. Ganz offensichtlich haben viele Genossen Winter seinen überstürzten Abgang als Bürgermeister Markt Schwabens vor zweieinhalb Jahren nicht verziehen. Winters Nachfolger Georg Hohmann, der auf Platz 15 antritt, nominierten die Delegierten dagegen ohne Gegenstimme.

Derzeit stellt die SPD zwölf von insgesamt 60 Kreisräten, mindestens 14 sollen es aber nach der nächsten Wahl sein, sagte Hingerl, "dann wären wir wieder so stark wie vor sechs Jahren". Der Spitzenkandidat gab sich aber auch realistisch: "Die Mehrheitsfraktion werden wir sicher nicht werden." Trotzdem lohne es sich zu kämpfen, das erklärte Ziel "zwölf plus" sei durchaus realistisch, die SPD werde im Landkreis auch gebraucht. "Wir werden das Feld nicht der CSU überlassen, ich glaube, dass wir besser sind, wir haben die soziale Gerechtigkeit im Blut", so Hingerl unter dem Applaus der Delegierten. Auch den Kandidaten auf den hinteren Listenplätzen machte Hingerl Hoffnung. "Der erste Platz ist genauso wichtig wie der zwanzigste oder der sechzigste."

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