Es war ein dicker Umschlag, der da im Sommer 2024 im Gilchinger Rathaus eintrudelte. „30 oder 40 Seiten waren das bestimmt“, erinnert sich Bürgermeister Manfred Walter (SPD). 30 bis 40 Seiten voller abstruser Vorwürfe und Beschimpfungen, ganz offensichtlich von einem Rechtsradikalen verfasst. Das Schreiben gipfelte in der Aufforderung an Walter, sofort von seinem Amt zurückzutreten, „sonst werden Sie vor ein deutsches Tribunal gestellt“. Walter erstattete Anzeige, aber der Verfasser des Schreibens war nicht zu ermitteln.
Attacken auf Kommunalpolitiker„Sonst werden Sie vor ein deutsches Tribunal gestellt“
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Drohungen, Beleidigungen und Verleumdungen: Auch im Münchner Umland werden Kommunalpolitiker immer häufiger Ziel von Angriffen. Das zeigt: Der Fall des Dingolfinger Bürgermeisters, der nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf sein Auto zurückgetreten ist, ist nur die Spitze des Eisbergs.
Von Barbara Mooser, Kirchseeon, Gilching

Hass und Hetze in der bayerischen Politik:„Ich habe Verständnis für die, die sagen, sie halten das nicht mehr aus“
Im Netz wird quasi ununterbrochen gedroht, im echten Leben kommt es zu Übergriffen – zuletzt gegen die Landtagsabgeordnete der SPD in Augsburg. Wer in Bayern Wahlkampf macht, muss sich auf etwas gefasst machen.
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