Manchmal helfen ja Sprichworte dabei, Sachverhalte anschaulich auf den Punkt zu bringen. Im Fall des sozialen Wohnungsbaus in der Gemeinde Zorneding, der seit Jahren nicht wirklich vorankommt, ließe sich also sagen: "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg." Der Wille, am Ort vergünstigten Wohnraum für Bedürftige zu schaffen, ist laut Bürgermeister Piet Mayr (CSU) ja durchaus vorhanden. Einen recht einfachen Weg, dieses Vorhaben umzusetzen, gäbe es durch eine Kooperation mit der Wohnbaugesellschaft Ebersberg ebenfalls. Doch die Gemeinde hat sich bisher noch keinen Schritt weit bewegt.
Dass dies aber durchaus notwendig wäre, macht nicht erst der Antrag der örtlichen Grünen klar. Darin verweist die Fraktion auf das vom Landkreis vor Jahren ausgerufene Ziel, 1000 Sozialwohnungen zu schaffen. 44 Stück sind es bisher geworden. Dass man vom Erfolg "noch meilenweit entfernt" sei, wie die Grünen schreiben, klingt angesichts dieser Zahlen fast schon wie eine Untertreibung. Dabei wäre bezahlbarer Wohnraum gerade auf dem ohnehin überhitzen Mietmarkt im Münchner Speckgürtel mehr als notwendig. Und mit der Ebersberger Wohnbaugesellschaft hätten die Gemeinden dafür einen guten Partner an ihrer Seite.
Diese wird allerdings nur dann tätig, wenn die Kommunen auf sie zukommen und ein gemeindliches Grundstück zur Verfügung stellen. Doch daran krankt es in Zorneding seit Jahren. Sich nun mit einer im vergangenen Jahr ausgefallenen Klausurtagung aus der Affäre zu ziehen, scheint deshalb etwas zu billig. Natürlich hat der Bürgermeister recht, wenn er sagt, dass Grundstücksverhandlungen in der Öffentlichkeit nichts verloren haben. Eine Klausur braucht es deshalb aber noch lange nicht: Die Gemeinderäte treffen sich alle paar Wochen zu einer Sitzung, zunächst öffentlich, dann hinter verschlossenen Türen. Man hätte also in der Vergangenheit reichlich Gelegenheiten gehabt, sich über mögliche Grundstücke auszutauschen. Denn, um abschließend noch ein weiteres Sprichwort zu bemühen: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."