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Kommentar:Vorbildliches Projekt

Günstigen Wohnraum für die Kreisklinik anzubieten, ist dank der Modulbauweise relativ einfach möglich - und könnte auch andere zur Nachahmung anregen

Was haben der Wohnungsmangel und das Wetter gemeinsam? Über beides lässt sich trefflich schimpfen. Leider wird dabei zu oft übersehen, dass sich nur eines der beiden Dinge nicht ändern lässt - und ja, gemeint ist tatsächlich das Wetter. Gegen den Wohnungsmangel könnte man schon etwas tun, ein Beispiel dafür war nun im Kreisausschuss zu sehen. Noch in diesem Jahr, so beschloss es das Gremium, sollen neben der Kreisklinik mindestens 21 neue Personalwohnungen entstehen.

Dass sich damit die Wohnungsnot in der Region, ja wenigstens in Ebersberg, beseitigen ließe, wird sicher niemand behaupten. Natürlich sind 21 Wohnungen nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Andererseits einer, der dorthin tropft, wo es besonders hitzig zugeht. Entstehen soll nämlich genau das, was am dringendsten benötigt wird: kleine kostengünstige Ein-Zimmer-Appartements. Einziehen sollen Berufsanfänger und Azubis, also jene, die bei der Wohnungssuche wirklich in Not sind. Eine Not, die nicht nur sie allein betrifft: Denn in der Klinik ist man ebenfalls unter Druck, der Fachkräftemangel macht es ohnehin schwierig, Stellen zu besetzen. Was nahezu unmöglich wird, können sich die Kandidaten ihren neuen Arbeitsplatz wegen hoher Mieten oder teurer Pendelei nicht leisten. Für die Klinik kann dies schnell existenzbedrohend sein. Was auch ein Grund dafür sein dürfte, dass der Landkreis und sein Wohnbauunternehmen nun so beherzt in die Bresche springen. Denn im Kreistag ist es fraktionsübergreifend Konsens, das Krankenhaus unbedingt zu erhalten. Was einerseits heißt, Gebäude und Ausrüstung auf den neuesten Stand zu bringen, andererseits aber auch ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, etwa indem er seinen Angestellten günstigen Wohnraum anbieten kann.

Was, wie das aktuelle Beispiel zeigt, sogar relativ einfach gehen könnte. Die Zustimmung der Stadt Ebersberg vorausgesetzt, könnten die in Modulbauweise errichteten Wohnungen in einigen Monaten verfügbar sein - und vielleicht andere zur Nachahmung anregen. Schließlich ist Personalmangel nicht alleine ein Problem des Krankenhauses, zahlreiche Arbeitgeber, seien es Kita-Träger, Kommunalverwaltungen oder auch Privatunternehmen sind betroffen. Wenn genügend davon dem Beispiel des Landkreises und der Klinik folgen, könnten diese vielen Tropfen den heißen Stein Wohnungsmarkt tatsächlich etwas abkühlen - und man müsste vielleicht nur noch über die Regentropfen schimpfen.