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Kommentar:Listige Wunschliste

Auch eine dank Fördergeld vergünstigt gebaute Halle wird niemand ohne Schule einfachin der Gegend herumstehen lassen. So sichert der Neubau gewissermaßen den Standort Wendelsteinstraße

Eine bekannte Schokoladenzubereitung wirbt für sich mit dem Versprechen, sie erfülle gleich drei Wünsche auf einmal. In Vaterstetten kann man über so etwas wohl nur leise kichern, da erfüllt man auf einen Streich gleich mindestens vier Wünsche. So zu sehen nun beim Beschluss des Gemeinderates für den Bau einer neuen Schulturnhalle an der Wendelsteinstraße.

Numero eins und zwei sind die nachvollziehbaren Wünsche der Schule nach einer nicht einsturzgefährdeten und modernen Halle sowie nach genug Platz für Hort und Mittagsbetreuung. Wunsch drei wird dem Kämmerer erfüllt, der für den Neubau üppige Fördergelder verbuchen kann. Viertens geht mit dem Hallenbau auch ein Wunsch all derer in Erfüllung, die sich für einen Erhalt des Schulstandortes stark machen. Zwar war es um dessen Verlegung in jüngster Zeit etwas ruhiger geworden, völlig vom Tisch ist die Sache indes noch nicht - zumindest war sie es nicht, bis zum aktuellen Beschluss. Denn auch eine dank Fördergeld vergünstigt gebaute Halle wird niemand ohne Schule in der Gegend herumstehen lassen, so sichert der Neubau gewissermaßen den Standort Wendelsteinstraße.

Und vielleicht wurde nun im Gemeinderat auch über eine weitere Frage entschieden. So galten bislang bei einem Erhalt des Standortes zwei Szenarien als möglich. Entweder wird auf dem Pausenhof eine neue Schule gebaut, anschließend die alte abgerissen und das frei werdende Grundstück zu einem Teil als neuer Pausenhof gestaltet, zum anderen Teil als Bauland verkauft. Oder das alte Schulhaus bleibt erhalten und wird bei Bedarf saniert. Dass es genau dazu kommen wird, ist mit dem Beschluss zum Bau der Halle - besonders mit der Festlegung auf deren Standort - ein großes Stück wahrscheinlicher geworden. So steht die neue Halle - sicher nur ganz zufällig - genau an der Stelle, wo die Zufahrt verlaufen würde, gäbe es eine Großbaustelle auf dem Pausenhof. Der künftig auch ein Stückchen kleiner wird. Vielleicht zu klein, um noch einen Neubau unterzubringen, man müsste sich also mit dem Altbau arrangieren.

Das wäre die Erfüllung eines Wunsches für all jene, die sich für einen Erhalt des Schulhauses ausgesprochen haben, darunter viele Vertreter von CSU und Freien Wählern, inklusive Bürgermeister. Nun muss der Erhalt des alten Schulhauses ja keine falsche Entscheidung sein. Schöner wäre es nur eben gewesen, zu dieser in einem etwas transparenteren Prozess zu kommen - aber das wären dann wohl selbst für Vaterstetten zu viele Wünsche auf einmal.