Seit einem Corona-Jahr gilt eine Maxime, die sich über das gesamte Leben stülpt: Risikominimierung. Im Privaten heißt das, weniger Menschen zu treffen. Im Beruf heißt das, wenn möglich im Home-Office zu arbeiten. Und an der Schule hieß das lange: Schulschließung und Home-Schooling. Und nun, da die Schulen bei allerorts steigenden Inzidenz-Zahlen wieder öffnen, lautet die vorgeschlagene Strategie zur Risikominimierung an den Schulen: Lüften. Nach einem Jahr der Pandemie. Nicht etwa, weil es keine anderen Optionen geben würde, sondern weil es kein Allheilmittel gibt, das alle Luftprobleme in einem Klassenzimmer gleichzeitig löst. Außer Lüften.
Denn das ist, wenn man der Argumentation der Verfechter des Fensterlüftens zuhört, eben der große Nachteil der mobilen Luftfilter. Sie machen andere Maßnahmen wie regelmäßiges Lüften nicht überflüssig. Das ist in etwa so, als würde jemand ein Auto kritisieren, weil es nicht fliegen kann. An und für sich eine korrekte Beobachtung. Nur eben nicht ganz zielführend, schließlich erwartet man das gemeinhin von einem Auto auch nicht. Übertragen auf die Luftfilter sollte man sich also eher fragen: Minimieren sie das Risiko einer Infektion für die Personen im Klassenzimmer? Je nach Gerät, Stellplatz im Raum und Anzahl der Schülerinnen und Schüler können die Geräte die Anzahl der krankmachenden Aerosole auf einem konstant niedrigen Niveau halten. Dass durch Lüften zudem das Ansteckungsrisiko noch weiter sinkt, ist doch eher Grund zur Freude - und kein Argument gegen die Luftreiniger.
Sicherlich, auch ein Luftfilter kann eine Klasse im Zweifel nicht vor der Quarantäne bewahren. Aber er kann vielleicht dafür entscheidend sein, ob im Unterricht ein Schüler seine Klassenkameraden tatsächlich ansteckt. Und geht es nicht darum, mit möglichst wenigen Infektionen in der Bevölkerung bis zur herbei geimpften Herdenimmunität durchzukommen? Bis zu der Impfung übrigens, die Jugendliche mit als Letzte erhalten - so es denn überhaupt einen Impfstoff für sie gibt. Derzeit ist keines der Vakzine für Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren zugelassen.
Auf diesen hoffentlich letzten Metern der Pandemie könnten mobile Luftreiniger in Klassenzimmern also eine wichtige Rolle spielen. Nur fliegen - nein, das können sie nicht.