GesundheitsversorgungEbersberger Klinik prüft Kooperation mit Rosenheim

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Das Herzkathederlabor des Klinikums Ebersberg München Ost. Als reinen Grundversorger sieht man sich in der Klinik nicht.
Das Herzkathederlabor des Klinikums Ebersberg München Ost. Als reinen Grundversorger sieht man sich in der Klinik nicht. Christian Endt
  • Das Klinikum Ebersberg München Ost prüft eine Kooperation mit Rosenheim und hat dafür ein gemeinsames Gutachten in Auftrag gegeben.
  • Bis 31. Dezember 2026 entscheidet die Planungsbehörde über die Zuweisung von Leistungsgruppen nach der Klinikreform.
  • Das Klinikum schreibt seit drei Jahren Verluste von jeweils rund zehn Millionen Euro, die der Landkreis ausgleichen muss.
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Durch die Zusammenarbeit will sich das Klinikum für die Herausforderungen der Zukunft rüsten. Entscheidend wird jedoch die zweite Jahreshälfte, wenn wichtige Weichen für die weitere Entwicklung gestellt werden.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

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Zuletzt hat es die Rotkreuzklinik Würzburg getroffen, das 100-Betten-Haus stellte Ende März seinen Betrieb ein. Das ist kein Einzelfall, fast jeden Monat wird irgendwo in Deutschland mindestens ein Krankenhaus geschlossen, gut nachzulesen ist das auf der Homepage eines Dienstleisters für die Aufbereitung und Bereitstellung aktueller Daten aus dem Gesundheitssektor. Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU) ist dennoch überzeugt, dass sich das Klinikum Ebersberg München Ost, wie sich die Kreisklinik seit Mitte 2025 nennt, am Markt behaupten wird. „Unser Haus steht im Grundsatz stabil da“, sagte er kürzlich bei einem Pressegespräch. Doch auch hier werde man dafür kämpfen müssen, Schlimmeres abzuwenden: „Mittlerweile geht es ans Eingemachte.“

Um sich für die Zukunft zu positionieren, werden weitere Kooperationen geprüft. Nach Angaben des Landrats wurde ein gemeinsames Gutachten mit Stadt und Landkreis Rosenheim in Auftrag gegeben, das ausloten soll, wo eine Zusammenarbeit möglich und sinnvoll ist. Grundsätzlich müsse man sich über Kooperationen Gedanken machen, denn in Zukunft werde nicht mehr jede Klinik alle medizinischen Bereiche abdecken können, so Niedergesäß.

Wie für andere Kliniken in Bayern zeigt sich auch für das Ebersberger Klinikum in diesem Jahr, welche Bedeutung es künftig für die Gesundheitsversorgung im größeren Umkreis haben wird. Als reiner Grundversorger sieht sich das Klinikum nicht. Stattdessen geht man dort davon aus, dass es eine wichtigere Rolle für die Patientenversorgung im Münchner Umland spielen kann und soll.

Ob das auch externe Fachleute so sehen, wird sich im zweiten Halbjahr herausstellen. Dann fällt eine Entscheidung darüber, welche Leistungsgruppen den Kliniken zugeordnet werden – und damit, wie ihr künftiges Angebot nach der Klinikreform aussieht. Laut einem Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums konnten die Kliniken bis Ende 2025 die Zuweisung von Leistungsgruppen beantragen. Aktuell prüfe der Medizinische Dienst Bayern (MD Bayern) die Leistungsgruppenvoraussetzungen. Diese Prüfung soll laut Ministerium bis spätestens 31. Juli abgeschlossen sein. „Nach Erhalt der Prüfergebnisse des MD Bayern wird die Planungsbehörde die Zuweisung der Leistungsgruppen bis spätestens 31. Dezember 2026 vornehmen“, so der Ministeriumssprecher.

Die Finanzierung des Klinikums dürfte den Kreistag auch in den kommenden sechs Jahren stark beschäftigen. Zwar zählte das Krankenhaus noch vor zehn Jahren zu der Minderheit der Einrichtungen, die schwarze Zahlen schrieben. Inzwischen ist es damit allerdings längst vorbei: In den vergangenen drei Jahren betrug das Minus jeweils um die zehn Millionen Euro, wie Niedergesäß erläuterte.  Diese Summen muss der Landkreis ausgleichen, sofern nicht der höchst unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die Klinik in den Folgejahren die Defizite selbst wieder erwirtschaften kann.

Die von der aktuellen Bundesregierung modifizierte Krankenhausreform verschärft die Lage nach Einschätzung des Landrats weiter. Er habe angenommen, so Niedergesäß, dass es so schlimm wie unter dem früheren Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dauerhaft nicht werden könne. Doch da habe er sich getäuscht: „Schlimmer geht immer.“

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