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Klimaschutz in Kirchseeon:Energienetzwerk wächst weiter

Auch Kirchseeon beschließt Teilnahme an Kommunalverbund

Ein Netzwerk wird nur dann seinem Namen gerecht, wenn es auch tatsächlich mehrere Bestandteile hat. Insofern ist das kommunale Energieeffizienznetzwerk, das die Energieagentur Ebersberg-München zusammen mit dem Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) aus Rosenheim gegründet hat, auf einem guten Weg. Denn immer mehr Kommunen schließen sich dem Verbund an. Nachdem aus dem Landkreis Ebersberg bereits Poing und Zorneding ihre Teilnahme erklärt haben, hat nun auch die Marktgemeinde Kirchseeon ihre Zusage gegeben. Diese hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Das Energieeffizienznetzwerk ist ein Zusammenschluss von mehreren Kommunen, das einen Erfahrungsaustausch zu fachlichen Fragen der Energieeinsparung und des Klimaschutzes ermöglichen soll. Außerdem dient der Verbund dazu, Potenziale in den einzelnen Gemeinden zu identifizieren und geeignete Ziele zu formulieren. Es sollen zudem wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen erarbeitet werden, wie diese Ziele umzusetzen sind, um schließlich eine konkrete Einsparung von Energie und Kosten durch die Kommune bei gleichzeitiger Verringerung des CO₂-Ausstoßes zu erreichen.

Was zunächst recht vernünftig klingt, stieß nicht bei jedem im Gremium auf Gegenliebe. Vor allem Andreas Scherer hielt eine Beteiligung des Marktes an dem Zusammenschluss für überflüssig. "Die Potenziale vor Ort sind größtenteils ja schon identifiziert", so der CSU-Gemeinderat. Dem entgegnete INEV-Leiter Dominikus Bücker, dass es vom Identifizieren der Potenziale bis zur Umsetzung von Maßnahmen häufig noch ein langer Weg mit vielen Fragen sei. Hier könne das Netzwerk Unterstützungsarbeit leisten. Die Kommunen sollen "voneinander lernen", ergänzte Energieagentur-Geschäftsführer Willie Stiehler.

Für Kirchseeon kommt die Möglichkeit zur Teilnahme an dem Projekt jedenfalls genau zum richtigen Zeitpunkt, hat man sich doch auf die Fahne geschrieben, künftig dem Klimaschutz noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Wie Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) sagte, soll die örtliche Klimamanagerin Melanie Fuchs von nun an regelmäßig im Gemeinderat über ihre Arbeit sprechen, zudem will der Markt einen Energiebericht erstellen. "Wenn wir den Weg des Klimaschutzes gehen wollen, dann werden wir um Netzwerkpartner nicht herumkommen", so Paeplow. Das sah offenbar auch die Mehrheit des Gremiums so, denn mit 21 zu vier Stimmen hat der Gemeinderat die Teilnahme am Energieeffizienznetzwerk beschlossen.

© SZ vom 23.07.2020 / aju

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