Markt Schwabener Kletteranlage "Es sieht sehr gut aus"

Die Markt Schwabener Kletteranlage in Betrieb - hier draußen am Turm.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Markt Schwabens Bürgermeister Georg Hohmann und die DAV-Sektion sind zu einer Einigung gekommen: Die seit vier Wochen geschlossene Kletteranlage soll wieder komplett in Betrieb gehen.

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Im Zwist um die gesperrte Markt Schwabener Kletterhalle ist es offenbar zu einer Einigung gekommen. Wie Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) am Dienstagnachmittag mitteilte, haben die Beteiligten einen "gemeinsamen Lösungsweg" erarbeitet, um den Betrieb der Kletterhalle dauerhaft wieder sicherzustellen. Es solle, so Hohmann, "Schritt für Schritt dazu kommen, dass alles wieder genutzt werden kann". Demnach sollen alle bisherigen Areale auf dem Grundstück der ausgedienten Kläranlage wie vor der Schließung zur Verfügung stehen. Die Frage ist nur: Wann?

Klar ist: Offenbar ist es im Zwist um die Markt Schwabener Kletteranlage innerhalb weniger Tage zu einer Wendung gekommen. Vor knapp zwei Wochen hatte die Gemeinde der Markt Schwabener DAV-Sektion noch fristlos den Nutzungsvertrag für die Anlage gekündigt, ein Tiefpunkt für den mit 1700 Mitgliedern zweitgrößten Verein im Ort - nach der Schließung der Anlage durch die Gemeinde Ende März. Nach einer viereinhalbstündigen Zusammenkunft am Dienstag im Markt Schwabener Rathaus hört sich nun vieles nach Versöhnung an.

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Das Ergebnis der morgendlichen Besprechung teilt der Bürgermeister mit. Nachfrage also bei Sven Idek, dem zweiten Vorsitzenden des Markt Schwabener Alpenvereins, auch er war beim Treffen dabei. Es sei zu einer "einvernehmlichen Lösung gekommen", erklärt auch er. Diese sei jedoch "von bestimmten Voraussetzungen abhängig", so Idek.

Die Mitglieder der Sektion hatten auf mehreren öffentlichen Sitzungen mit dem Bürgermeister und Gemeinderäten betont, wie wichtig ihnen eine schnelle Wiedereröffnung sei, da das Vereinsleben sonst zum Erliegen komme, so ihre Befürchtung. Vorstandsmitglied Idek hierzu: "Die Duldung der Anlage wird wahrscheinlich kurzfristig möglich sein", allerdings brauche es hierfür zunächst mehrere Unterlagen und Nachweise. "Mittelfristig wird eine Genehmigung der Anlagen angestrebt, die bisher ungenehmigt sind."

Wer beim Treffen im Rathaus alles dabei war

Die Vorgeschichte ist selbst für das von Dorfpossen verwöhnte Markt Schwaben reichlich skurril. Der Knackpunkt: Das Kletterareal des DAV ist seit jeher nicht zum Kraxeln sondern zum Klären von Wasser genehmigt. Allerdings ist das offenbar jahrelang niemandem groß aufgefallen. Seit 2003 - damals führte noch Bernhard Winter die Geschäfte im Rathaus - kletterten die Markt Schwabener munter herum und erweiterten die Anlage immer mal wieder - ein Griff hier, eine Boulderwand da. Hinzu kommt: Die Kreisfeuerwehr nutzt die Räume der alten Kläranlage für Übungen mit echten Flammen. Es dauerte bis Mai 2017, ehe sich das Landratsamt Ebersberg meldete mit dem Hinweis, dass hier offenbar was nicht stimmt.

Und so kam es zu diesem Treffen im Markt Schwabener Rathaus, bei dem die beiden Vereinsvorsitzenden Marina Kraus und Sven Idek von ihrem Jugendwart Florian Tkaczuk und Schatzmeister Markus Sellmeier begleitet wurden. Markt Schwabens Bürgermeister Georg Hohmann kam ebenfalls mit einer kleinen Delegation ins Landratsamt, wo Verein und Gemeindevertreter von Brigitte Keller, Leiterin der Abteilung Zentrales und Bildung, und deren Gefolge erwartet wurden, darunter Kreisbauamtsleiter Albin Schenk, die Abteilungsleiterin Bau- und Umwelt Silke Adami und Andreas Wenzel, Sachgebietsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung. Und nicht zuletzt Alois Mayer von der Kreisbrandinspektion Ebersberg, weil ja auch die Feuerwehr das Gelände nutzt, wenn auch etwas anders.

Nähere Details zur Lösung und auch zum Zeitrahmen wollen die Beteiligten am Donnerstagvormittag bei einer Pressekonferenz im Markt Schwabener Rathaus bekannt geben, bei der Gemeinde, Verein und Landratsamt "gemeinsam" und "sehr umfangreich" über das weitere Vorgehen berichten wollen, wie Hohmann am Dienstag telefonisch mitteilt. Auf die Frage, ob die Kletteranlage und damit auch die Zukunft des Vereins gerettet ist, erklärt Hohmann: "Es sieht sehr danach aus, es sieht sehr gut aus."

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