Klein aber oho Mobil mit dem Eberflitzer

Bei der E-Mobilitätsmesse im vergangenen Sommer hat Eberwerk-Chef Markus Henle die kleinen Micro-Cars schon einmal vorgestellt. Eines von ihnen wird künftig in Anzing im Einsatz sein.

(Foto: Christian Endt)

Das Eberwerk stellt den Anzinger Autoteilern in einem Pilotprojekt einen kleinen Elektrowagen zur Verfügung. Getestet wird dabei auch, ob neue Geschäftsfelder erschlossen werden können

Von Barbara Mooser, Anzing

Die Wildschweine auf den kleinen Nebensträßchen im Ebersberg Forst werden staunen: Denn bald wird wohl regelmäßig ein kleines Elektrowägelchen durch ihr Gäu düsen - immer, wenn im Ebersberger Landratsamt Sitzungen anstehen. "Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, dass ich das ausprobiere", sagt Reinhard Oellerer und lacht. Der Grünen-Kreisrat ist nämlich auch bei den Anzinger Autoteilern - und die dürfen den vom Energieversorger Eberwerk angeschafften "Eberflitzer" als erstes nutzen. Sollte das Pilotprojekt in Anzing erfolgreich sein, könnte der kleine Elektrowagen künftig auch in anderen Gemeinden eingesetzt werden.

Beim Eberflitzer handelt es sich um ein sogenanntes Micro-Car, das maximal Tempo 45 fährt und deshalb eher "nichts für die große weite Welt" ist, wie Markus Henle, Geschäftsführer des Eberwerks, erläutert. Ideal eignet er sich für kurze innerörtliche Strecken, beispielsweise für den Einkauf. Wenn es sein muss, schafft es der kleine Wagen aber auch mal weiter. Laut Henle liegt die Reichweite im Winter bei etwa 50 Kilometern, im Sommer deutlich über dieser Grenze. Das Eberwerk erhofft sich durch den Eberflitzer zum einen gewisse Werbeeffekte, aber auch Erkenntnisse darüber, ob es sich lohnen könnte, "neue Geschäftsfelder zu eröffnen" - eben beispielsweise den Verleih dieser kleinen Elektroautos. Gut eignen könnte sich das Modell auch für größere Gemeinden wie Vaterstetten, so Henle.

Die Anzinger bekommen für das Pilotprojekt das Auto, das normalerweise etwa 7500 Euro kostet, vom Eberwerk gratis zur Verfügung gestellt. Lediglich Versicherung und Nebenkosten müssen die Anzinger Autoteiler übernehmen, deren Verein selbst erst seit kurzem existiert und die außerdem einen kleinen Benziner zur Verfügung haben. Acht Gründungsmitglieder gehören zu den Autoteilern, darunter die Gemeinde selbst. Die Zahl der Nutzer ist höher, denn alle Angehörigen eines Haushalts haben die Möglichkeit, das Auto auszuleihen. Darüber hinaus haben die Anzinger Nutzungsvereinbarungen mit benachbarten Carsharing-Vereinen abgeschlossen. Sollten sie es denn wollen, könnten also auch Markt Schwabener, Poinger und Vaterstettener Autoteiler den Eberflitzer ausleihen, der zu deutlich günstigeren Tarifen als der Benzinger zu haben ist. Allerdings muss der kleine Flitzer nach der Nutzung auch immer wieder auf seinem Parkplatz auf dem früheren Feuerwehrgrundstück in der Anzinger Schwaigerstraße abgestellt werden - allzu viele Nutzer aus anderen Gemeinden werden es wohl schon deshalb nicht werden.