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Kirchseeon:Wer ist der Tote im Ebersberger Forst?

Gut ein Jahr nach dem Leichenfund nahe Eglharting hofft die Kriminalpolizei nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Einige Indizien über die Identität des Mannes gibt es bereits.

Von Carolin Schneider, Kirchseeon

So könnte der unbekannte tote Mann aus dem Eglhartinger Forst ausgesehen haben: zwischen 70 und 75 Jahren, 1,73 Meter groß, lila-gestreifter Krawatte, schwarzes Sakko, grüner Hut.

(Foto: Polizei)

So hatte sich ein Pilzsucher seinen Ausflug in den Eglhartinger Forst sicher nicht vorgestellt: Im August 2016 stieß er etwa 500 Meter nördlich des Ortsrandes von Eglharting anstatt auf Schwammerl auf ein Skelett. Die Kriminalpolizei Erding übernahm die Ermittlungen und fand heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Mann zwischen 70 und 75 Jahren handeln muss. Außerdem gehen die Ermittler davon aus, dass der Leichnam bereits mehrere Monate, vielleicht sogar schon seit Anfang 2015, am Auffindeort lag.

Woran der Mann gestorben ist, konnte nicht geklärt werden

Ein Fremdverschulden schließen die Ermittler nicht aus. "Die Frage, ob Fremdverschulden zum Tod geführt hat, konnte bis jetzt noch nicht abschließend geklärt werden", sagt Nadine Hofmann vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Da keine Leiche, sondern nur das Skelett gefunden wurde, konnten keine Weichteilverletzungen festgestellt oder ausgeschlossen werden. Deshalb müsse man auch Tod durch Fremdverschulden weiterhin als eine Möglichkeit erachten. Die Identität des Toten ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die DNA sei zwar bestimmt worden, ergab aber keine Treffer. "Da nur noch das Skelett gefunden wurde, konnten leider keine Fingerabdrücke genommen werden", so Hofmann.

Toter

Diese beiden Feuerzeuge lagen bei dem Toten.

(Foto: Polizei)

Bei der Leiche lagen eine Aktentasche und andere Gegenstände

Deshalb sind die Ermittler nun auf Hinweise von der Bevölkerung angewiesen. Der Mann war ungefähr 1,73 Meter groß und trug zum Zeitpunkt seines Todes ein helles Hemd mit lila-gestreifter Krawatte sowie ein schwarzes Sakko. Außerdem einen grünen Filzhut, einen weißen Wollschal und eine dunkelblaue Daunenjacke. "Die Gegenstände, die am Auffindeort gefunden wurden, sind sehr markant", sagt Hofmann. "Deshalb hoffen wir, dass sich irgendjemand an den Mann erinnert."

Bei der Leiche lagen unter anderem eine schwarze Textilaktentasche, eine rot-schwarze Sporttasche, ein schwarzes Damenfahrrad sowie zwei Feuerzeuge. Diese sind mit auffälligen Aufschriften verziert: Auf einem steht "Keine Eile, immer schön ruhig bleiben", auf dem anderen "Einfach mal abhängen". Hinweise, die zur Identität des Toten führen können, nimmt die Kriminalpolizei Erding unter der Telefonnummer (08122) 968-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

© SZ vom 09.11.2017/moo/koei
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