Süddeutsche Zeitung

Musikfestival in Kirchseeon:Der Markt rockt wieder

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Das Line-up für das Festival in Kirchseeon steht fest: Neben den Hardrock-Legenden von "Bonfire" werden auch alte Bekannte Ende Juni auf der Bühne stehen. Eine Weltpremiere soll es ebenfalls geben.

Von Andreas Junkmann, Kirchseeon

Größer, professioneller, besser - so soll die diesjährige Ausgabe von "Rock im Markt" werden. Da es erst die zweite Auflage des Festivals ist, das die Gemeinde Kirchseeon 2023 ins Leben gerufen hat, mag das Wort "legendär", mit dem die Organisatoren selbst die Veranstaltung ankündigen, zwar etwas hoch gegriffen sein. Dennoch könnte sich die Open-Air-Rockparty im Ortszentrum zu einer festen Institution im Landkreis Ebersberg entwickeln. Wird die Veranstaltung am 29. Juni nämlich ein Erfolg, dann soll "Rock im Markt" künftig jedes Jahr stattfinden. Das kündigt Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz im Rathaus an. Dabei lüftet er auch das Geheimnis um den ominösen Überraschungsact, der das Band-Line-up komplettieren wird: Es handelt sich um alte Bekannte.

Der Kirchseeoner Mario Lochert und seine Kollegen der Power-Metal-Truppe von Serious Black geben sich erneut die Ehre. "Wir freuen uns wahnsinnig drauf", sagt der Bassist - zumal der Auftritt bei "Rock im Markt" ein ganz besonderer für die Band ist. Nicht nur ist es ein Heimspiel für Lochert, der nur wenige Meter vom Veranstaltungsort entfernt wohnt, es ist auch der Auftakt zur Welttournee von Serious Black, die im September in Skandinavien startet. Im selben Monat wird auch ein neues Album erscheinen, dem Lochert und Co. gerade noch den Feinschliff verpassen. "Wir werden in Kirchseeon zwei Songs daraus zum allerersten Mal live spielen", kündigt der Musiker an, eines der beiden Stücke soll bei "Rock im Markt" überhaupt seine Premiere in der Öffentlichkeit feiern.

Neben Serious Black werden auch die Ingolstädter Hardrock-Legenden von Bonfire in Kirchseeon auf der Bühne stehen. Komplettiert wird das Line-up von der Dark- und Synth-Rock-Band A Life Divided, den Melodic-Rockern von Magical Heart, der Coverband Inferno - und natürlich der Marktkapelle Kirchseeon, die in bester Wacken-Manier das Festival eröffnen wird. "Das ist ein wahnsinnig starkes Line-up", freut sich Mario Lochert, "da werden Millionen verkaufter Alben auf der Bühne stehen." Tatsächlich blicken gerade die im Jahr 1972 von Hans Ziller gegründeten Bonfire auf eine lange und erfolgreiche Band-Geschichte zurück - ans Aufhören denken die älteren Herren mit den langen Haaren aber noch längst nicht. Im Gegenteil: Bei "Rock im Markt" möchten die Ingolstädter ihrem Publikum wieder ordentlich einheizen.

Das prominentere Line-up spiegelt sich heuer allerdings auch im Eintrittspreis wider, der auf 27 Euro steigt. "Gerade bei einer Band wie Bonfire reicht es natürlich nicht mehr, wenn man denen einen Kasten Bier hinstellt", wie es Mario Lochert in bestem Rockersprech formuliert. Aber nicht nur die Gagen der Musiker schlagen bei den Kosten zu Buche, auch die hochwertigere Anlage, die einen professionellen Festival-Sound liefern soll, ist nicht ganz günstig. "Unser Ziel ist es, dass sich die Veranstaltung insgesamt trägt", sagt deshalb Bürgermeister Jan Paeplow. Von dem Gedanken, überschüssige Einnahmen zu spenden, hat man sich heuer deshalb verabschiedet - zumal dieses Vorhaben bereits vergangenes Jahr gescheitert ist. 2023 hat vor allem das Sicherheitskonzept, das die Gemeinde extra für "Rock im Markt" hatte erstellen lassen, ordentlich Geld verschlungen.

Der Bürgermeister will das Kirchseeoner Rock-Festival als echte Marke etablieren

Obwohl eine Veranstaltung dieser Größenordnung immer "Spitz auf Knopf genäht" ist, wie Paeplow sagt, will die Gemeinde die daran beteiligten Vereine auch heuer unterstützen. Diese werden in diesem Jahr wieder für Essen und Getränke sorgen, wie Christian Eringer, Vorstand vom FC Fussi, sagt. Auch eine Bar werde es geben und - ganz neu - eine sogenannte Chill-out-Area mit Sitzgelegenheiten. "Das ist letztes Jahr moniert worden, dass so etwas gefehlt hat", so Eringer. Neben dem FC Fussi werden sich auch die Perchten, die Feuerwehr Markt Kirchseeon sowie der Kegel- und der Boßelclub an dem Festival beteiligen.

Mit dieser Unterstützung wähnt sich das Organisatoren-Trio um Paeplow, Eringer und Lochert in diesem Jahr noch besser aufgestellt als bei der Premiere 2023. "Wir haben gesagt, wenn wir Rock im Markt nochmal machen, dann soll das auch einen gewissen Qualitätsanspruch haben", sagt der Bürgermeister, der das Festival als echte "Marke" etablieren will. Und der bisherige Vorverkauf scheint ihm recht zu geben: Von den insgesamt 1800 Tickets ist bereits mehr als ein Viertel verkauft.

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