Ärger in Kirchseeon:Müllsündern auf der Spur

Müll Sammelstellen Kirchseeon

So ordentlich wie hier an der Waldbahn sehen die öffentlichen Müll-Sammelstellen in Kirchseeon nicht immer aus. Nun reagiert die Gemeinde.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Kirchseeon will Sammelstellen künftig von Detektiven überwachen lassen.

Von Andreas Junkmann, Kirchseeon

Von einem "sehr ärgerlichen Thema" spricht Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow (CSU), für SPD-Gemeinderat Thomas Kroll ist es gar eine "Zumutung". Die Rede ist von den Zuständen an den öffentlichen Müll-Sammelstellen im Gebiet der Marktgemeinde, die schön langsam auszuarten drohen. Tagtäglich komme es dort zu Verhaltensproblemen und damit einhergehenden Ordnungswidrigkeiten, heißt es dazu von der Rathausverwaltung. Einige Kirchseeoner Bürger betrachten die Anlaufstellen, an denen eigentlich nur Papier und Kartonagen sowie Glas entsorgt werden darf, offenbar als öffentliche Müllhalden für jegliche Art von Abfällen. Doch damit soll nun Schluss sein. Um dem Problem Herr zu werden, will die Gemeinde eine Detektei beauftragen, die die Müll-Sünder aufspüren und zur Rechenschaft ziehen soll.

"Die Verunreinigungen sind immens", wie Bürgermeister Paeplow in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates über die Sammelstellen sagte. Man könne teilweise nur den Kopf schütteln über die Menschen, die dort ihren gesamten Hausmüll entsorgen, so der Rathauschef. Die Mitarbeiter des Bauhofs müssten mehrmals die Woche das Chaos beseitigen, was nicht nur ärgerlich sei, sondern auch zu höheren Personalkosten führe. Obendrein leide unter den wilden Müllbergen das Orts- und Landschaftsbild, wie die Verwaltung in einer Stellungnahme ergänzt. Für Paeplow steht außer Frage: "Da müssen wir rangehen."

Das soll nun mit Hilfe von Detektiven passieren, die die Sammelstellen im Blick behalten. Eine sporadische mobile Foto- oder Videoüberwachung scheine die beste Möglichkeit zu sein, die Umweltsünder zu ermitteln, heißt es aus dem Rathaus. Dort hat man bereits Rücksprache mit anderen Kommunen im Landkreis gehalten, die ihre Anlaufstellen seit einiger Zeit kontrollieren lassen. In der Kreisstadt Ebersberg etwa habe man damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht, wie Paeplow nun in der Sitzung sagte. "Das ist ein gutes abschreckendes Beispiel, um die Verunreinigung in den Griff zu bekommen."

Unterstützung bekam der Bürgermeister auch aus den Reihen der SPD. Fraktionssprecher Thomas Kroll hatte bereits während der vergangenen Sitzungen immer wieder auf die Missstände und die daraus resultierenden Folgen für das Ortsbild und die Bauhofmitarbeiter hingewiesen. "Ich glaube, dass dadurch einige Sünder überführt werden", sagte er nun über den Einsatz von Detektiven. Wenngleich sich die Kosten dafür durch die zu erwartenden Bußgelder wohl nicht decken ließen, so Kroll. In einer ersten Grobkalkulation kommt die Verwaltung bei 250 Einsatzstunden im Jahr auf einen Betrag von etwa 13 650 Euro.

Geld, das man sich nach Ansicht der Grünen Liste im Gemeinderat auch sparen könnte. Sie sei zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine Überwachung, sagte Dritte Bürgermeisterin Andrea Oberhauser-Hainer - auch mit Blick auf einen Vorschlag, den Jan Paeplow zuvor gemacht hatte: Der Bürgermeister sprach sich dafür aus, die vorhandenen Sammelstellen zu erweitern, damit dort künftig größere Mengen Papier, Pappe und Kartonagen abgegeben werden können. Der Versandhandel spiele schließlich eine immer wichtigere Rolle und gerade in um die Weihnachtszeit sei auch heuer wieder mit viel Abfall zu rechnen, so der Rathauschef.

Diese Erweiterung - die auch häufigere Abholzeiten der Container vorsieht - solle man doch erst abwarten, sagte Oberhauser-Hainer. Vielleicht ergebe sich ja allein dadurch bereits eine Verbesserung der Situation - und wenn nicht, könne man in einem Jahr immer noch eine Detektei konsultieren. Dieser Ansicht aber folgte die Mehrheit des Gremiums nicht, mit 17 zu sieben Stimmen sprachen sich die Gemeinderäte für eine Überwachung der Sammelstellen aus. Wann diese starten soll, ist allerdings noch offen. Die Verwaltung wird nun Angebote einholen und die notwendigen Schritte einleiten.

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