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Kinderbetreuung in Poing:Finanzielle Entlastung

Poing übernimmt für fünf Monate 30 Prozent der Kita-Elternbeiträge

Von Johanna Feckl, Poing

Kinderbetreuung, gerade die Betreuung von Kleinkindern, ist während der Corona-Pandemie für viele Eltern zu einem Triggerwort verkommen. Denn auch die ganz Kleinen wollen versorgt und bespaßt werden, auch wenn die Kita zu hat und der Besuch von Spielkameraden nicht möglich ist - hinzukommend zu Home-Office, Homeschooling und Hausarbeit. Eine enorme Belastung für alle Eltern. Umso erfreulicher dürfte es sein, dass es nun zumindest eine finanzielle Entlastung in Poing gibt: Einstimmig stimmten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses dafür, mit insgesamt etwa 134 000 Euro 30 Prozent der Elternbeiträge in Kindertageseinrichtungen für die Monate von Januar dieses Jahres bis zum aktuellen Mai zu übernehmen. Die Erstattung der Kosten ist eine freiwillige Leistung der Gemeinde.

Die Beitragserstattung ist Teil der sogenannten "Richtlinie zur Gewährung eines Ersatzes von Elternbeiträgen in der Kindertagesbetreuung aufgrund der Corona-Pandemie 2021". Ziel dieser Richtlinie ist es, zum einen Eltern finanziell zu entlasten, wenn sie die Betreuung nicht in Anspruch genommen haben oder durch die Schließung der Einrichtung nicht in Anspruch nehmen konnten. Zum andern soll dadurch aber auch den Trägern der Betreuungseinrichtungen ein Ausgleich geboten werden, die ihre Leistungen Corona-bedingt nicht anbieten durften oder dürfen. Das Land Bayern beteiligt sich bei dem Ersatz der Elternbeiträge mit einer Pauschale von 70 Prozent. Die übrigen 30 Prozent können auf freiwilliger Basis von den Kommunen übernommen werden. "Eine 100-Prozent-Finanzierung durch den Freistaat ist nicht möglich", ergänzte Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) die Ausführungen in der Sitzungsvorlage.

Dieser sogenannte Beitragsersatz ist ein Angebot an die Kita-Träger - wenn sie ihn in Anspruch nehmen, dann dürfen sie jedoch keine Elternbeiträge verlangen, auch nicht anteilig. In Poing haben sich alle Träger für den Beitragsersatz entschieden, wie eine Verwaltungsmitarbeiterin aus dem Poinger Rathaus mitteilte. Damit, so die Mitarbeiterin weiter, würde sich für die Gemeinde ein freiwilliger Zuschuss in Höhe von 134 000 Euro ergeben. Sollte die Richtlinie bis zum Ende des Monats August, also dem Ende des laufenden Kindergartenjahrs, verlängert werden, so würde das für die Kommune weitere 50 000 Euro bedeuten.

Bürgermeister Stark sprach sich ebenso wie die Verwaltung ausdrücklich für die freiwillige Bezuschussung aus, falls notwendig auch bis zum Ende des Kindergartenjahres. Da der Kindergarten Am Endbachweg nach der temporären Schließung im vergangenen Jahr wegen eines Schadens an einer Wasserleitung nicht wie geplant Anfang Mai öffnen konnte, spare sich die Gemeinde Geld - und das könne nun gut als Teil für die Erstattung der Elternbeiträge verwendet werden. "Jede Medaille hat zwei Seiten", so Stark. Die Ausschussmitglieder stimmten ihm allesamt zu.

© SZ vom 15.05.2021
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