Kinderbetreuung in Poing:Duplo spielen mit Duftmarken

Kinderland Poing - Kirchheimer Allee

In der Poinger Kinderland-Kindertagesstätte macht sich seit einiger Zeit ein übler Geruch breit. So richtig weiß niemand, wo die Ursache für den Mief liegt - wenngleich es einen Verdacht gibt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In der Poinger Kita in der Kirchheimer Allee kommt es immer wieder zu starken Geruchsbelästigungen. Wahrscheinlich ist die Ursache ein Materialfehler in den Bädern - die Gemeinde möchte diese nun sanieren. Bis dahin will man wenn möglich Lüftungsanlagen anschaffen

Von Johanna Feckl, Poing

"Da drin stinkts!" Gemeinderat Matthias Andres (FWG) fand deutliche Worte für das, was in den Sitzungsunterlagen der jüngsten Poinger Gemeinderatssitzung mit "immer wieder auftretenden Geruchsbelästigungen" in der Kinderland-Kindertagesstätte in der Kirchheimer Allee beschrieben wird. Das Problem? So richtig weiß niemand, wo die Ursache für den Mief liegt - wenngleich es einen Verdacht gibt.

Ein Mangel im verbauten Material in den Bädern im Erdgeschoss? Der Gemeinderat beschloss deshalb einstimmig, entsprechende finanzielle Mittel für eine Sanierung der Bäder in den Haushalt einzustellen sowie Pläne dafür weiter voranzutreiben. Als Sofortmaßnahme wurde die Verwaltung beauftragt, die Kosten für dezentrale Lüftungsanlagen für die Aufenthaltsräume im Erdgeschoss zu ermitteln.

Gut 15 Eltern und die Kita-Leitung waren zur Sitzung am Donnerstagabend gekommen, der Sitzungssaal im Feuerwehrhaus war voll. Verwundern konnte dies wohl niemanden, denn mittlerweile sind nicht mehr nur das Erdgeschoss und damit die neun Aufenthaltsräume dort betroffen. Der Gestank hat sich bis in den ersten Stock ausgebreitet. Drei Mal wurden in den Bädern im Erdgeschoss an Wand und Boden bislang Materialproben entnommen. Das Ergebnis: Ein Flammschutzmittel in Wand- und Bodenbelägen könnte die Ursache für das Problem sein.

Poings Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) gab eine Erklärung ab: Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gesundheitsgefährdung durch den Gestank für die Kinder oder das Personal vorgelegen. Das hätten die Materialproben eindeutig ergeben. Trotzdem sei der Zustand keiner, der langfristig hinnehmbar sei. "Wenn ich mir vorstelle, ich müsste da acht Stunden täglich arbeiten", sagte der Bürgermeister, der die Situation vor Ort begutachtet hatte, "das ist schon grenzwertig." Was also tun gegen den Gestank?

Erst 2010 wurde das Kita-Gebäude gebaut, 2012 fand eine Aufstockung statt. Damals habe es für den Bau eine sehr hohe staatliche Förderung gegeben, so Stark, und diese sei 25 Jahre zweckgebunden. Konkret: Würde man das Gebäude abreißen, müsste Poing die erhaltenen Mittel zurückzahlen - utopisch. "Ein Neubau kommt deshalb nicht in Frage."

Das beauftragte Ingenieurbüro empfiehlt eine Sanierung der Bäder im Erdgeschoss. Danach sollen erneut Messungen durchgeführt werden. Die Kosten dafür sowie für baubegleitende Maßnahmen und ein Risikobudget würden sich insgesamt auf etwa 355 000 Euro belaufen. Der ungefähr sieben Monate andauernde Bau soll bei laufendem Betrieb erfolgen. Letzteres bewerteten nicht nur Kita-Leitung und Träger, sondern auch mehrere Gemeinderatsmitglieder unterschiedlicher Fraktionen als unmöglich. Bürgermeister Stark nannte es eine "Herkulesaufgabe". Die Auslagerung in einen Container auf dem leeren Grundstück östlich des Kita-Gebäudes ist laut Stark jedoch ebenso unmöglich. Der Grund: Altlasten wegen einer dort verfüllten ehemaligen Mülldeponie. Wie die Sanierungsarbeiten mit dem Kita-Betrieb zu vereinbaren sind, soll mit den Beteiligten sowie dem Landratsamt abgestimmt werden - zu einem endgültigen Fahrplan ist es hier noch nicht gekommen.

Von Matthias Andres kam der Vorschlag, die unumgängliche, aber doch recht lange Zeit bis zur fertigen Sanierung mit dezentralen Lüftungsanlagen in den sechs betroffenen Bädern zu überbrücken. Bei Kosten pro Anlage von etwa 2000 Euro sei der finanzielle Aufwand sehr überschaubar. Auf mehrfache Nachfrage an die Vertreterin des zuständigen Ingenieurbüros Müller BBM wurde jedoch klar, dass solche Anlagen in den Bädern wenig sinnvoll sind, zumal dort ohnehin bereits die den gesamten Tag über geöffneten Fenster für Frischluft sorgen.

Stattdessen einigten sich die Gemeinderatsmitglieder darauf, die Aufenthaltsräume mit solchen Anlagen ausstatten zu wollen. Da die Räume aber wesentlich größer als die Bäder sind, würden hier 2000 Euro pro Gerät sicherlich nicht ausreichen, wie ein Verwaltungsmitarbeiter betonte. "Da sollten wir nicht am falschen Ende sparen", sagte Peter Maier (SPD). Grundsätzlich fand diese Ansicht zunächst bei allen Gefallen. "Aber wenn da jetzt ein Gerät 150 000 Euro kostet, dann fange ich lieber gleich zum Sanieren an", warf Bürgermeister Stark ein. Die Gemeinderatsmitglieder einigten sich deshalb darauf, zunächst die Kosten für die notwendigen neun Geräte von der Verwaltung ermitteln zu lassen. Franz Langlechner (CSU) bat darum, Informationen zur Bau-Historie des Gebäudes in seinem aktuellen Zustand nachzureichen, also beispielsweise welche Firmen am Bau beteiligt gewesen waren.

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