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Kinderbetreuung in Kirchseeon:"Vollkommener Schmarrn"

Marktgemeinde setzt Gerüchten um Zahlungsstopp an Kitas ein Ende

Kindergärten und Tagesstätten sind geschlossen, Mama und Papa müssen sich selbst um ihren Nachwuchs kümmern und sollen gleichzeitig von zu Hause ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen - die Corona-Krise stellt vor allem Eltern vor riesige Herausforderung und daraus resultierenden Stresssituationen. Entsprechend zur Unzeit machte in der Marktgemeinde Kirchseeon in den vergangenen Tagen ein Gerücht die Runde, das bei vielen Erziehungsberechtigten den Puls nach oben steigen ließ: Die Gemeinde wolle die Zahlungen an die örtlichen Kita-Träger stoppen, wohingegen die Eltern selbst die Gebühren weiterhin zu tragen hätten.

"Das ist ein vollkommener Schmarrn", stellte Bürgermeister Udo Ockel (CSU) nun am Montag klar. Er selbst habe auch schon davon gehört, wisse aber nicht woher diese Falschmeldungen stammen. "Wenn wir so etwas beschließen würden, dann hätten wir am nächsten Tag keine Kita-Träger mehr." Der Rathauschef versicherte, dass die Gemeinde ihre Zahlungen natürlich auch weiterhin leisten werde. Befürchtungen, dass dies in der derzeitigen Situation für eine zusätzliche Belastung in der Haushaltskasse sorgen werde, äußerte allerdings Ockel bereits bei der Gemeinderatssitzung Ende März, als er die Kita-Gebühren als einen der Posten nannte, den der Markt weiterhin zu finanzieren habe, ohne dafür im Moment einen Ertrag zu bekommen. Das könnte zu einem echten Problem werden, da die Gemeinde durch zu erwartende Einbrüche bei Gewerbe- und Einkommenssteuer in diesem Jahr ohnehin deutlich weniger Finanzmittel zur Verfügung haben dürfte.

Für die Kirchseeoner Eltern dagegen gab es am Montag noch eine weitere gute Nachricht: Nicht nur setzt die Marktgemeinde ihre Zahlungen ganz normal fort, auch sollen Eltern sogar für drei Monate die Kita-Gebühren komplett erlassen werden. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Landtag an.

© SZ vom 21.04.2020 / aju

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