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Kalkulation der Sportler:Nur nicht zu klein

Grafing wünscht sich an der Berufsschule eine Sechsfachhalle

Der finale Beschluss für den Bau der Berufsschule in Grafing-Bahnhof steht zwar noch aus - aber Grafing redet bereits von einer Erweiterung der Turnhallenkapazitäten. "Ja, das ist der zweite Schritt vor dem ersten", rechtfertigte sich Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) in der jüngsten Stadtratssitzung. "Aber wenn wir da etwas erreichen wollen, müssen wir jetzt einfach aktiv werden." Der Bau der Schule sei für den lokalen Sport im südlichen Landkreis eine einmalige Chance.

Obermayr zufolge wäre allein für die Grafinger Sportler eine "Sechsfachhalle in ausreichender Höhe für die Ballsportarten" nötig. Die Zahlenbasis für die Hochrechnung komme nicht vom Rathaus, betonte Obermayr, sondern von der Vorsitzenden des TSV Grafing, Anna Hopfes, und dem Manager der Volleyball-Bundesligamannschaft, Johannes Oswald. Hopfes ist gleichzeitig Sportlehrerin am Grafinger Gymnasium, Oswald Mitglied der Grünen-Fraktion im Grafinger Stadtrat. Im Kern sieht die Rechnung so aus: Würden sie aus den bisherigen Hallen im Stadtgebiet nach Grafing-Bahnhof umziehen, könnten die dann freien Kapazitäten von Senioren, Kindern, Jugend und dem Breitensport gefüllt werden. "Ein großer Bedarf besteht ebenfalls für Bewegungs- und Gesundheitskurse der Volkshochschule, die momentan in angemieteten Räumen stattfinden", erklärte die Bürgermeisterin. Gleiches gelte für die frühkindliche Bewegungsförderung und den Ganztagszug am Grafinger Gymnasium.

Die Bedarfsmeldung der Stadt Grafing ist die Antwort auf eine entsprechende Bitte von Landrat Robert Niedergesäß (CSU), er hatte eine solche Erhebung vorgeschlagen. In einem nächsten Schritt, den unter anderem der Grafinger CSU-Stadt- und Kreisrat Thomas Huber angeregt hat, sollen dann die umliegenden Gemeinden ihre Bedarfe anmelden. Dahinter steckt folgendes Kalkül: Wenn in Grafing-Bahnhof ohnehin eine Turnhalle gebaut wird, könnten Kreis und Gemeinden sozusagen mit aufspringen und zusätzliche Module mit finanzieren. "Insbesondere in den neun Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaften Glonn und Aßling im südlichen Landkreis befinden sich keinerlei Turnhallenkapazitäten des Landkreises", betonte Huber am Freitag in einer Pressemitteilung. Deshalb solle das Landratsamt jetzt ein "realistisches Sportkonzept" für den südlichen Landkreis erarbeiten. Einen entsprechenden Antrag habe die CSU/FDP-Fraktion im Kreistag eingereicht.

Ob Grafing seine - ausdrücklich als Maximalforderung gekennzeichneten - Wünsche durchsetzen kann, steht auf einem anderen Blatt. "Das muss natürlich alles den finanziellen Möglichkeiten angepasst und dann auch noch eine Kostenaufteilung für den Bau und die Nutzung ausgehandelt werden", sagte Obermayr. Die Entscheidung träfen letztlich Stadtrat, Gemeinderäte und Kreistag.

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