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Jugendkulturpreis:Frischer Wind für die Jury

Blandine Ehrl, Leni Glonner, Max Bauer und Anne Liebegott freuen sich auf viele bunte Bewerbungen zum Jugendkulturpreis.

(Foto: Christian Endt)

Der Jugendkulturpreis des KJR lädt Kinder und Jugendliche dazu ein, ihrer Kreativität zum Thema "Freundschaft" freien Lauf zu lassen. In diesem Jahr neu in der Jury: die elfjährige Leni Glonner

Von Franca Wittenbrink, Ebersberg

"Luftschloss" als Thema für einen Kreativwettbewerb, der sich an Kinder und Jugendliche richtet? Wie hilfreich der Rat einer Elfjährigen sein kann, merkten die Veranstalter des diesjährigen Jugendkulturpreises schnell. "Ein typisches Erwachsenwort", findet Leni Glonner nämlich, die in diesem Jahr die Jüngste unter den Jurymitgliedern ist: "Ich wusste ja gar nicht, was das ist!"

Dank Lenis guter Beratung hat der Jugendkulturpreis 2017 also schließlich ein anderes Thema bekommen: Um "Freundschaft" soll es bei dem landkreisweiten, vom Kreisjugendring (KJR) Ebersberg organisierten Wettbewerb diesmal gehen. Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 21 Jahren können alleine oder in Gruppen Kunstwerke aller Art einreichen, die sie mit diesem Oberbegriff verbinden - als Belohnung winkt eine Ausstellung im Kunstverein sowie ein Preisgeld von 1000 Euro, das unter den Gewinnern aufgeteilt wird.

Wie bereits im vergangenen Jahr sitzen in der Jury die Grafikerin und Künstlerin Anne Liebegott, Babsi Lux vom Alten Kino, der Geräuschemacher Max Bauer und der Künstler Bakary Sarr. Die fünfte Jurorin indes ist ein Neuzuwachs: Nachdem Buchhändler Sebastian Otter aus zeitlichen Gründen aus dem Team ausgeschieden ist, hatte sich kurzerhand die elfjährige Leni Glonner gemeldet, um den Wettbewerb einmal von der anderen Seite aus zu erleben. "Ich wollte mitentscheiden, wer gewinnt", sagt die ehemalige Teilnehmerin, "das machen ja sonst nur die Erwachsenen."

Blandine Ehrl vom Kreisjugendring war sofort überzeugt, und auch Max Bauer zeigt sich begeistert: "Das war eine super Idee, Leni mit ins Boot zu holen", sagt er, "mal ein junger Mensch unter den alten Hasen - genau darum soll es ja auch beim Wettbewerb gehen." Bei der Themenfindung für den diesjährigen Wettbewerb konnte Leni sich dann auch gleich miteinbringen: Jeder der fünf Juroren konnte Vorschläge machen, anschließend wurde abgestimmt. "Freundschaft" gehörte zu Lenis Favoriten: "Ich finde das ganz wichtig", erklärt die junge Jurorin, "denn ich bin zum Beispiel sehr froh über meine beste Freundin, der ich alles erzählen kann."

Wie die Teilnehmer das Thema schließlich künstlerisch umsetzen, ist ihnen frei überlassen. "Ich warte ja immer darauf, dass mal was zu Essen eingereicht wird", scherzt Ehrl. Der Rest der Jury stimmt lachend zu: "Einen Kuchen hatten wir tatsächlich noch nie. Schade eigentlich!" Ansonsten ist das Spektrum der Kunstformen für gewöhnlich groß: Von Fotocollagen über Comics, Malerei, Filme oder selbstgeschriebene Reden - fast alles war schon mal dabei. Die einzige Schwierigkeit: Die meisten Einsendungen kommen auf den letzten Drücker. "Kurz vor knapp, das ist jedes Jahr das Gleiche", erzählt Anne Liebegott, "und dann heißt es am besten noch: 'Nicht berühren! Der Lack muss erst trocknen!'"

In diesem Jahr ist der Einsendeschluss der 20. November - spätestens dann also, wenn alle Werke angekommen sind, wird es für die Juroren spannend. Bewertet werden die anonymisierten Einsendungen zunächst nach den Kategorien "Idee und Bezug zum Thema" sowie "Handfertigkeit", erst danach erfahren die Juroren das Alter des jeweiligen Teilnehmers. Das führe mitunter zu ziemlichen Überraschungen, erzählt Ehrl. "Letztes Jahr zum Beispiel waren wir uns bei der Fotoarbeit des Gewinners sicher: Der muss um die 18 sein. Am Ende war er zehn Jahre alt."

Das Alter sei aber ohnehin eher zweitrangig, erzählt Bauer. "Bei uns wird ein Achtjähriger genauso ernst genommen, wie man es bei einem Achtzigjährigen tun würde." Die Jury begründe ihr Urteil immer so gründlich wie möglich - dazu gehöre viel Lob, ab und zu aber auch ein Verbesserungsvorschlag. "Ein kleines Coaching quasi", so Bauer, "und das funktioniert." Bei einigen der regelmäßigen Teilnehmer stelle man tolle Fortschritte fest, erzählt er, "die werden von Jahr zu Jahr besser." Einer der Ehemaligen habe es sogar noch einen Schritt weiter geschafft: Er sei mittlerweile Filmemacher.

Bewerbungen für den Jugendkulturpreis 2017 zum Thema "Freundschaft" können bis 20. November, 17 Uhr, in der KJR-Geschäftstelle oder über mail@kjr-ebe.de eingereicht werden. Die Preisverleihung findet dann statt am Sonntag, 26. November, 16 Uhr, im Studio an der Rampe beim Kunstverein Ebersberg.

© SZ vom 29.09.2017/abl
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