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Jugendhilfe:Weiter ohne Frist

Stelle für Integration und Inklusion bleibt beim Kreisjugendring

Inklusion und Integration werden in der Arbeit des Kreisjugendrings weiter einen hohen Stellenwert einnehmen: Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass eine entsprechende Halbtagsstelle auch über den Sommer 2020 hinaus erhalten werden soll. Die Stelle, die zum September 2017 geschaffen wurde und mit Jessica Kropp besetzt ist, ist künftig nicht mehr befristet. Die Entscheidung dafür fiel im Ausschuss einstimmig - allerdings äußerten mehrere Mitglieder den Wunsch nach mehr Transparenz. Denn Kropp hatte zwar kurz erläutert, welche Angebote es seit dem Beginn ihrer Tätigkeit im September gab, nicht aber, wie viele Teilnehmer diese Angebote überhaupt angenommen haben.

Brigitte Keller, Leiterin des Sachgebiets Zentrales und Bildung und Finanzexpertin im Landratsamt, hatte dieses Thema zuerst angesprochen: "Wenn Sie das mit Fallzahlen hinterlegen könnten, wäre man als Controller total zufrieden", sagte sie an Kropp gewandt. Auch aus den Reihen des Gremiums bekam sie Unterstützung. Der Kreisjugendring habe inzwischen fünf feste Stellen, die durch öffentliche Gelder gefördert würden, da erwarte er Transparenz, sagte Michael Nerreter, der als Vertreter des Kinderschutzbunds im Jugendhilfeausschuss sitzt: "Ich will wissen, was mit dem Geld getan wird." Jessica Kropp hielt den Kritikern entgegen, dass Teilnehmerzahlen nicht besonders aussagekräftig seien. Schließlich bearbeite man Themen, die für viele unbequem und nicht beliebt seien, hier müsse man erst einmal Aufbauarbeit leisten. Werde ein Angebot nur von wenigen angenommen, bedeute das außerdem nicht zwangsläufig, dass es schlecht sei, sondern vielleicht einfach, dass die Zeit dafür noch nicht reif gewesen sei. Daniel Hitzke, Vorsitzender des Kreisjugendrings, wies zudem darauf hin, dass es nicht gelungen sei, alle Pläne für diesen Themenbereich umzusetzen, weil sich die Personalbewegungen beim Kreisjugendring insgesamt "sehr turbulent" gestaltet hätten, mit mehreren Geschäftsführerwechseln. Deshalb habe man die Arbeit teilweise auf andere Schultern verteilen müssen. Dennoch habe Kropp ihre "Arbeit bestens erledigt, lobte Hitzke.

Unter anderem organisierte die Expertin für Inklusion und Integration Projekttage zu den Themen Fairtrade und Inklusion, aber auch die Landtagswahl war Thema einer Veranstaltung für junge Leute. In der Planung ist künftig, mehr Informationen in leichte Sprache zu übersetzen und die Homepage des Kreisjugendrings auch für Menschen mit sprachlichen Schwierigkeiten besser verständlich zu machen. Beteiligen wird sich Kropp mit Angeboten beim Fest der Kulturen im Herbst dieses Jahres ebenso wie bei den Wochen der Toleranz im November. Im Herbst soll es außerdem eine Schulung für die Vertreterinnen und Vertreter der Jugendfeuerwehren zu den Themen Diversität und Inklusion geben. Im Jahr 2020 sind unter anderem ein inklusives Sportfest und Kinderzirkustage geplant. Darüber hinaus mache sich die Netzwerkarbeit bemerkbar, immer häufiger werde die Beratung Kropps in Anspruch genommen, so das Fazit der Kreisjugendrings. Mit der unbefristeten Stelle will der KJR nun die Arbeit weiter ausbauen.