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Jugendhilfe Ebersberg:Geld gut angelegt

Trotz steigender Kosten will der Kreis weiter in Jugendarbeit investieren, für kommendes Jahr sind 14 Millionen Euro eingeplant

Schade eigentlich für die Mitarbeiter des Jugendamtes und des Kreisjugendrings, dass der Kalender bereits Herbst anzeigt. Denn eigentlich hätten alle zusammen noch einmal schön zum Eisessen gehen können - zumindest mit Blick auf das Budget, das vom Jugendhilfeausschuss des Kreistags für das Jahr 2020 als Rahmen vorgegeben worden ist. Dieses umfasst ein Volumen von 14,1 Millionen Euro, 14 099 986 Euro davon werden die beiden Einrichtungen im nächsten Jahr voraussichtlich brauchen. Macht eine Abweichung von lediglich 14 Euro - Punktlandung also. "Das freut jemanden, der in der Finanzverantwortung ist, natürlich sehr", sagte deshalb Kreis-Kämmerin Brigitte Keller, als sie die Vorplanung in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses vorstellte.

Keller zufolge sei diese Deckung heuer aber keine Ausnahme. Die Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Kreisjugendring funktioniere seit Jahren bestens und die Planabweichungen seien stets recht gering. Nicht gering ist dagegen die Steigerung des Gesamtbudgets, das der Ausschuss jährlich für die Jugendarbeit zur Verfügung stellt. Waren es im Jahr 2005 noch rund 8,3 Millionen Euro, sind es für 2020 eben jene 14,1 Millionen. Das Teilbudget des Jugendhilfeausschusses macht somit inzwischen mehr als ein Viertel des Gesamtvolumens der Ergebnisrechnung aus.

Diese Entwicklung wird sich wohl auch in den kommenden Jahren fortsetzen, erwartet man im Landratsamt. "Der Bedarf für die Jugendarbeit steigt Jahr für Jahr", sagt Keller. Das sei der Finanzmanagerin zufolge allerdings nicht nur in Ebersberg so, sondern auch in anderen Landkreisen. Im Vergleich zu 2019 wird sich das Teilbudget um etwa 638 000 Euro erhöhen. Das liege laut Keller vor allem an den steigenden Kosten für Mitarbeiter. "Die Personalaufwendungen folgen den Aufgaben." Und diese werden immer mehr. Deshalb sind für das Jahr 2020 erneut zusätzliche Stellen - unter anderem im Bereich Jugendhilfe im Strafverfahren - beantragt worden. Diese müssen aber noch vom Kreis- und Strategieausschuss im November genehmigt werden.

So sehr die Personalkosten im Jugendhilfebereich auch steigen, so überschaubar sind dort die Investitionen. Die rund 38 000 Euro, die für 2020 eingeplant sind, seien laut Keller "ein Kinderspiel". Und diese Bezeichnung trifft es eigentlich ganz gut, denn das Geld soll unter anderem für die Anschaffung von Spielgeräten für die Ausleihe "Spielkistl", EDV-Geräten und für die Zimmerausstattungen ausgegeben werden. "Es ist schön zu sehen, dass man auch mit eher bescheidenen Beträgen viel machen kann", so Keller.

Viel machen will der Landkreis auch weiter für die Jugendarbeit vor Ort. Das kündigte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) im Rahmen der Sitzung an. Ebersberg sei nicht nur ein sehr schnell wachsender, sondern auch der jüngste Landkreis in Bayern. "Das bedeutet eine große Verantwortung für uns", sagte Niedergesäß an die Adresse seiner Ratskollegen. Diese Entwicklung spreche auch dafür, dass auf den Jugendhilfeausschuss in Zukunft mehr Arbeit zukommen werde. Arbeit, die der Landrat für Jugendamt und Kreisjugendring offenbar gerne in Kauf nimmt: "Die Partner sind uns viel wert."