Sie hatten es bereits angedroht, nun machen die Zornedinger Eltern ernst: Da die Gemeinde vom Jahreswechsel an ohne Jugendpfleger dastehen wird und das Jugendzentrum seit einiger Zeit völlig verwaist ist, haben einige Mütter und Väter nun eine Online-Petition ins Leben gerufen, mit der sie Druck auf das Rathaus - namentlich Bürgermeister Piet Mayr (CSU) und dessen Gemeinderatskollegen - ausüben wollen. Die Unterschriftenaktion wird eifrig angenommen, bis Montagnachmittag hatten sich bereits etwa 250 Menschen eingetragen.
In der Petition fordern die Eltern "eine schnellstmögliche Ausschreibung und Nachbesetzung der Jugendpflegerstelle". Darauf hatte man sich bereits bei einem Treffen Mitte Dezember verständigt, zu dem Jugendsprecher und Grünen-Gemeinderat Moritz Dietz eingeladen hatte. Außerdem sollen, so der Wunsch der Eltern, die Räume des Jugendzentrums zeitnah wieder genutzt werden können - falls es zum neuen Jahr keinen Jugendpfleger gibt, dann eben mit einer Interimslösung. Als eine solche hatte sich Awo-Kinderhaus-Leiter Rohan Siebert schon vor zwei Wochen angeboten, der vorübergehend eine Art Koordinierungsfunktion übernehmen würde, damit man das Jugendzentrum schnellstmöglich wieder öffnen könne.
Neben diesen kurzfristigen Lösungsansätzen fordern die Eltern aber auch einen gewissen Weitblick der Gemeinde, was die Jugendarbeit betrifft. So soll ein tiefgreifendes Konzept erstellt und die Vernetzung mit pädagogischen Institutionen wie Vereinen, Kitas und Schulen vorangetrieben werden, wie es in der Online-Petition heißt.
Ihren Forderungskatalog samt Unterschriften wollen die Eltern schließlich im Rathaus vorlegen, auch ein weiteres Treffen mit Beteiligung der Jugendlichen ist für Januar geplant. Das Thema hat seit der Bürgerversammlung Mitte November an Fahrt aufgenommen, als Bürgermeister Mayr bekannt gab, dass der bisherige Jugendpfleger Axel Glienke sein Amt zum Jahreswechsel niederlegen wird. Eine Stelle für einen möglichen Nachfolger hat die Gemeinde bislang aber nicht ausgeschrieben.