Jahresrückblick 2024Nachrufe

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Auch in diesem Jahr musste der Landkreis Ebersberg Abschied nehmen von einigen verdienten Persönlichkeiten.
Auch in diesem Jahr musste der Landkreis Ebersberg Abschied nehmen von einigen verdienten Persönlichkeiten. Peter Hinz-Rosin

Auch in diesem Jahr musste der Landkreis Ebersberg Abschied nehmen von einigen verdienten Persönlichkeiten.

Kurt Winter

Kirchseeon ist für Pfarrer Kurt Winter eine Heimat geworden, auch im Ruhestand lebte er weiter in der Gemeinde, in der er von 1977 an 30 Jahre lang wirkte.
Kirchseeon ist für Pfarrer Kurt Winter eine Heimat geworden, auch im Ruhestand lebte er weiter in der Gemeinde, in der er von 1977 an 30 Jahre lang wirkte. Renate Schmidt

Er hat Kirchseeon geprägt, und Kirchseeon ihn: Am 1. September 1977 trat Kurt Winter seine Stelle als Pfarrer in Kirchseeon an, eine Aufgabe, auf die er sich sehr freute, wie er damals sagte: „Ich glaube, dass bald ein sehr guter Kontakt zu den Bürgern der Pfarrgemeinde entstehen wird“, zeigte er sich überzeugt – eine Einschätzung, mit der er sich nicht irrte. Kurt Winter blieb sogar nach seinem Auszug aus dem Pfarrhaus im Jahr 2008 in der Gemeinde, die zu seiner Heimat geworden war. Im März ist Kurt Winter im Alter von 84 Jahren gestorben.

Robert Fischer

Viele Jahre widmete Robert Fischer dem Aufbau der Nachbarschaftshilfe.
Viele Jahre widmete Robert Fischer dem Aufbau der Nachbarschaftshilfe. privat

Vielen Vaterstettenern dürfte Robert Fischer als „Mister NBH“ in Erinnerung geblieben sein, denn dass 1974 die Nachbarschaftshilfe Vaterstetten, Zorneding, Grasbrunn gegründet wurde, war auch sein Verdienst. In den Jahren zwischen 1979 und 1994 war er Vorsitzender der NBH. In diese Zeit fielen das große Wachstum der Nachbarschaftshilfe und der Umzug in die neuen Räume in Baldham, wo die NBH bis heute zu finden ist. Am 19. Mai ist Robert Fischer im Alter von 93 Jahren gestorben.

Hermann Bogenrieder

Viele Markt Schwabener kannten Hermann Bogenrieder als Sänger, Schauspieler und Kommunalpolitiker.
Viele Markt Schwabener kannten Hermann Bogenrieder als Sänger, Schauspieler und Kommunalpolitiker. Christian Endt

Die Weiherspiele gehören seit vier Jahrzehnten zu Markt Schwaben und fast genauso lange gehörte Hermann Bogenrieder zu den Weiherspielen. Seit Mitte der 1980er war er als Komponist, Sänger und Schauspieler dabei, auch bei vielen anderen Aufführungen des Theatervereins Markt Schwaben stand Bogenrieder auf der Bühne, in heiteren, aber auch in ernsten Rollen. Darüber hinaus engagierte er sich in der Kommunalpolitik, Bogenrieder vertrat die CSU mit Unterbrechungen 20 Jahre lang im Gemeinderat – was er wiederum für seine andere Leidenschaft, die Musik zu nutzen verstand, wenn er als Gstanzlsänger die Eigenheiten der Gemeindepolitik pointiert kommentierte. Am 28. Mai ist Hermann Bogenrieder im Alter von 77 Jahren gestorben.

Alois Kleinmaier

Alois Kleinmaier war von 1972 bis 1996 Bürgermeister von Grafing, 2022 wurde er zum Ehrenbürger ernannt.
Alois Kleinmaier war von 1972 bis 1996 Bürgermeister von Grafing, 2022 wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Christian Endt

Sein gesamtes Berufsleben hat Alois Kleinmaier in der Grafinger Stadtverwaltung verbracht: Im Jahr 1947 begann er als 15-jähriger Verwaltungslehrling im Grafinger Rathaus und arbeitete sich von da an zum Stadtkämmerer hoch. Zu den Kommunalwahlen im Jahr 1972 schickte ihn der CSU-Ortsverband als Bürgermeisterkandidat ins Rennen. Kleinmaier gewann, wurde auch in den folgenden drei Bürgermeisterwahlen stets wiedergewählt – ehe er zu den Kommunalwahlen 1996 seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärte. Im Jahr 2022 wurde er mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt ausgezeichnet. Am 12. Juli ist Alois Kleinmaier im Alter von 91 gestorben.

Hans Huber

Die Heimatforschung war seine Leidenschaft, Hans Huber kannte sich in der Historie seiner Heimatgemeinde aus wie kein anderer.
Die Heimatforschung war seine Leidenschaft, Hans Huber kannte sich in der Historie seiner Heimatgemeinde aus wie kein anderer. Christian Endt

Wissen zu vermitteln, war der Beruf aber auch die Leidenschaft von Hans Huber. Zunächst unterrichtete er als Lehrer in Grafing, bevor er als Schulleiter nach Piusheim wechselte. 1976 wurde er Schulleiter und Rektor der Schule zur Erziehungshilfe auf Schloss Zinneberg – und fungierte hier nicht nur als engagierter Pädagoge, sondern auch als Heimatforscher. Die Geschichte des Schlosses und der Persönlichkeiten, die über die Jahrhunderte hier residiert haben, erforschte er bis ins Detail. Genau wie vieles andere aus der Geschichte seiner Heimatgemeinde Bruck, wo er auch mehr als 20 Jahre lang das Gemeindearchiv betreute. Am 11. August ist Hans Huber im Alter von 83 Jahren gestorben.

Ulla van Erckelens-Bock

Ulla van Erckelens-Bock aus Ebersberg liebte das Theater, in Ebersberg hat sie die Laienbühne "Zwischenton" gegründet.
Ulla van Erckelens-Bock aus Ebersberg liebte das Theater, in Ebersberg hat sie die Laienbühne "Zwischenton" gegründet. Peter Hinz-Rosin

Den Traum vom Theater hatte Ulla van Erckelens-Bock schon in ihrer Kindheit, die Eltern aber fanden, sie solle einen ordentlichen Beruf lernen, also wurde sie Kinderkrankenschwester, als die sie viele in Ebersberg kannten. Dort rief sie 1999 an der Volkshochschule einen Theaterkurs unter der Leitung von Marina Lahann ins Leben, die beiden gründeten 2007 den Verein „Theater Zwischenton“, deren Vorsitzende van Erckelens-Bock bis 2023 war und wo sie auch in vielen Rollen auf der Bühne stand. Am 15. August ist Ulla van Erckelens-Bock im Alter von 76 Jahren verstorben.

Josef Wieser

Rundum aufrichtig, respektvoll, ehrlich. Diese Eigenschaften bescheinigten Josef Wieser auch die politischen Konkurrenten.
Rundum aufrichtig, respektvoll, ehrlich. Diese Eigenschaften bescheinigten Josef Wieser auch die politischen Konkurrenten. Christian Endt

„Man muss überzeugen oder sich überzeugen lassen“, hat Josef Wieser einmal als Motto seiner Stadtratsarbeit genannt, mehr als die Hälfte seines Lebens vertrat er die Grafinger dort – mit beispielloser Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Respekt. Was umso mehr bemerkenswert ist, als in Wiesers Amtszeit eines der größeren Zerwürfnisse des Gremiums stattfand: 2008 wechselten der damalige Bürgermeister Rudolf Heiler und zahlreiche Stadträte zu den Freien Wählern, auch Wieser. Für diese zog er 2014 erneut ins Gremium ein und wurde zum Dritten Bürgermeister gewählt, 2020 trat er nicht erneut an. Am 15. September ist Josef Wieser im Alter von 73 Jahren gestorben.

Josef Blasi

Josef Blasi hat sich seit seiner Jugend für die Geschichte Markt Schwabens interessiert.
Josef Blasi hat sich seit seiner Jugend für die Geschichte Markt Schwabens interessiert. Christian Endt

Wer sich für die Geschichte Markt Schwabens interessierte, war bei Josef Blasi genau richtig. Schon als 15-jähriger Gemeinde-Azubi stöberte er in der Pause gern in den alten Dokumenten des Rathauses, von denen viele nach dem Krieg als Heizmaterial endeten. In späteren Jahren trug Blasi dazu bei, das Gemeindearchiv wieder zu füllen, große Teile der Markt Schwabener Ortschronik stammen aus seiner Feder. Bis ins hohe Alter vermochte er bei Vorträgen sein Publikum mit Wissenswertem aus der Marktgemeinde zu faszinieren. Im Jahr 2016 wurde Josef Blasi für seine Verdienste zum Ehrenbürger Markt Schwabens ernannt, am 31. Oktober ist er im Alter von 95 Jahren gestorben.

Rosemarie Will

Rosemarie Will hat sich auf vielfältige Weise für Umwelt und Natur engagiert.
Rosemarie Will hat sich auf vielfältige Weise für Umwelt und Natur engagiert. privat

Dem Schutz von Umwelt und Natur hat Rosemarie Will einen großen Teil ihres Lebens gewidmet. Die gebürtige Berchtesgadenerin gehörte 1980 zu den Gründungsmitgliedern der Ebersberger Grünen und vertrat diese auch 18 Jahre lang im Stadtrat. Ab 2004 leitete sie zudem die Ebersberger Kreisgeschäftsstelle des Bundes Naturschutz. Auf Wills Initiative hin verzichtet die Stadt bei der Pflege ihrer Grünflächen seit dem Jahr 2015 auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Nach ihrem Ruhestand zog sie mit ihrem Mann zurück nach Berchtesgaden, wo sie sich ebenfalls in der Kommunalpolitik engagierte. Am 10. November ist Rosemarie Will im Alter von 72 Jahren gestorben.

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