Jahresrückblick 2024Leute des Jahres

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Im richtigen Film sind die Mitglieder der Emmeringer Jugendfeuerwehr.
Im richtigen Film sind die Mitglieder der Emmeringer Jugendfeuerwehr. BJR

Wer aus dem Landkreis Ebersberg hat heuer etwas Besonderes erlebt, etwas geleistet oder ein anderweitig aufregendes Jahr gehabt? Hier eine kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Jugendfeuerwehr Emmering

Auf der Kinoleinwand zu sehen zu sein, wünschen sich so manche, für die Jugendfeuerwehr Emmering wird das Anfang des Jahres eher zufällig Wirklichkeit. Unter dem Motto „Irgendwo bist Du immer richtig“ macht der Bayerische Jugendring Werbung für ein Engagement in Vereinen. Relativ kurzfristig hatte der Jugendring auch die Emmeringer angefragt, ob sie beim Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren im Herbst 2023, eine 24-Stunden-Übung, eine Go-Pro auf dem Helm mitnehmen wollten.

Hermann Holzmann

Hermann Holzmann war 30 Jahre lang Clown Wiggal im Grafinger Faschingsvarieté.
Hermann Holzmann war 30 Jahre lang Clown Wiggal im Grafinger Faschingsvarieté. Peter Hinz-Rosin

Dass Humor eine ernste Angelegenheit ist, weiß Hermann Holzmann nur zu gut: Drei Jahrzehnte lang war er einer der drei Clowns des Grafinger Faschingsvarietés. Die sind eine Institution, ihre Spottlieder über die lokale Prominenz sind so beliebt wie gefürchtet. Da gilt es gute Miene zum blöden Spruch zu machen und den Clowns einen Schnaps auszugeben. Den gibt es für Holzmann heuer zum letzten Mal, das Varieté 2024 wird seine Abschiedsvorstellung als Wiggal. Warum? „Ich will nicht mit 75 von der Bühne kippen.“

Ilija Matijevic

Ilija Matijevic hat einen Trickbetrug verhindert und wird dafür von Kriminaldirektor Thomas Weber geehrt.
Ilija Matijevic hat einen Trickbetrug verhindert und wird dafür von Kriminaldirektor Thomas Weber geehrt. Polizei

Als Fensterputzer Ilija Matijevic gerade im Haus einer 84-Jährigen in Zorneding bei der Arbeit ist, bekommt er ein verdächtiges Telefongespräch mit: Betrüger versuchen mit der Masche „falscher Polizist“ der Seniorin 70 000 Euro abzuschwindeln. Geistesgegenwärtig verständigt er die Polizei und bleibt bis zu deren Eintreffen bei der Frau. Die will Matijevic wegschicken, weil sie ihm nicht glaubt, doch er bleibt hartnäckig und verhindert so den Betrug. Dafür wird Matijevic im März von der Kripo Erding ausgezeichnet.

Peter Linner

Peter Linner (links) bekommt von Bürgermeister Leonhard Spitzauer die Urkunde als Vaterstettener Ehrenbürger überreicht.
Peter Linner (links) bekommt von Bürgermeister Leonhard Spitzauer die Urkunde als Vaterstettener Ehrenbürger überreicht. Gemeinde Vaterstetten/oh

Nach 34 Jahren Vakanz hat Vaterstetten wieder einen Ehrenbürger: Peter Linner wird für seine Verdienste um die Feuerwehr, den Schützenverein und für sein kommunalpolitisches Engagement geehrt. Nach dem Krieg bemühte sich der heute 96-Jährige um die Wiedergründung der Feuerwehr, er war maßgeblich beteiligt, dass es das Vereinsheim der Altschützen gibt und saß von 1975 bis 1978 für die SPD im Gemeinderat. Linner ist erst die dritte Person überhaupt, welche die Ehrenbürgerwürde in Vaterstetten erhält.

Ulrich Milius

Ulrich Milius geht nach sieben Jahren als Ebersberger Polizeichef in Pension.
Ulrich Milius geht nach sieben Jahren als Ebersberger Polizeichef in Pension. Peter Hinz-Rosin

Als hätte es sich ein nicht allzu kreativer Drehbuchschreiber ausgedacht, wird es für Ulrich Milius kurz vor der Pensionierung noch einmal brenzlig: Auf einem Grundstück werden Kriegswaffen gefunden. Anders als im Film geht aber alles gut aus und Milius kann nach 44 Dienstjahren, davon sieben als Polizeichef in Ebersberg, in den Ruhestand gehen. Trotz vieler Herausforderungen, so Milius in der Rückschau, wie im Krimi war die Dienstzeit nicht: „Immer nur Krach und Bumm und Gewalt – das ist doch lebensfremd.“

Martin Lohmeyer

Martin Lohmeyer sagt „Pfia God“ als Ebersberger Festwirt.
Martin Lohmeyer sagt „Pfia God“ als Ebersberger Festwirt. Christian Endt

Auch für Martin Lohmeyer heißt es heuer Abschied nehmen, er geht als Ebersberger Festwirt in Pension. Es ist keine Übertreibung, dass es das Volksfest ohne Lohmeyer wohl gar nicht mehr geben würde. Als er die Ebersberger Wiesn 2010 übernahm, waren die Gästezahlen schlecht und die Schausteller drohten mit Rückzug. Mit neuem Konzept und viel Einsatz brachte Lohmeyer das Volksfest wieder auf Kurs, als letzte Amtshandlung hat er noch seine Nachfolge geregelt: Michael und Florian Ebenkofler übernehmen ab 2025.

Martin Blickhan

Biersommelier Martin Blickhan nimmt an der WM 2025 teil
Biersommelier Martin Blickhan nimmt an der WM 2025 teil Peter Hinz-Rosin

Mit Bier kennt sich auch Martin Blickhan aus, ausgezeichnet sogar. Dies wurde dem Grafinger bei der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers bescheinigt. Dort qualifizierte sich Blickhan für die Weltmeisterschaft 2025. Dies durchaus gegen einige Konkurrenz, nur die 15 besten der insgesamt 3000 Teilnehmer dürfen zur Biersommelier-WM. Die findet passenderweise in München statt, dank Blickhan dann auch mit bayerischer Beteiligung, denn außer ihm hat sich kein Teilnehmer aus dem Freistaat qualifiziert.

Zornedinger Goaßlschnoizer

Die Zornedinger Goaßlschnoizer haben einen Auftritt beim Oktoberfest in Florida
Die Zornedinger Goaßlschnoizer haben einen Auftritt beim Oktoberfest in Florida Peter Hinz-Rosin

Zweimal Oktoberfest heißt es heuer für die Zornedinger Goaßlschnoizer. Nach ihrem Auftritt auf der echten Wiesn, geht es auf nach Amerika – zum 50. Oktoberfest des American German Club in Palm Beach, Florida. Zustande gekommen war dies nach einer Darbietung im Löwenbräukeller. Gäste aus den USA hatten sich vom Auftritt der Zornedinger so begeistert gezeigt, dass sie eine Einladung aussprachen. Nicht die erste, die Goaßlschnoizer waren unter anderem schon mal in Brüssel aufgetreten, aber die bislang weiteste.

Bernd Joelsohn

Bernd Joelsohn aus Grafing hat in 40 Jahren 75 Liter Blut gespendet.
Bernd Joelsohn aus Grafing hat in 40 Jahren 75 Liter Blut gespendet. Christian Endt

Die Redensart, jemand setze sich mit Herzblut etwa für die Allgemeinheit oder für die Mitmenschen ein, trifft auf Bernd Joelsohn im Wortsinn zu. Der Grafinger spendet so regelmäßig und viel Blut, dass er dafür heuer vom BRK ausgezeichnet wurde. Zum Blutspenden kam Joelsohn, weil seine Tochter wegen einer Erkrankung mehrmals operiert wurde und Blutkonserven brauchte. Das war vor mehr als 40 Jahren, seitdem hat der mittlerweile 73-Jährige bereits 152 Mal Blut gespendet. Insgesamt macht das um die 75 Liter.

Friedhelm Haenisch

Friedhelm Haenisch hört als Vorsitzender des Grafinger Kulturvereins auf.
Friedhelm Haenisch hört als Vorsitzender des Grafinger Kulturvereins auf. Christian Endt/© Christian Endt

Genau 30 Jahre ist es nun her, dass der Grafinger Kulturverein ins Leben gerufen wurde, damals gewissermaßen als Große Koalition der Klassikfreunde: von Carl Behmer, dem damaligen CSU-Chef im Stadtrat, und Friedhelm Haenisch, damals Fraktionsvorsitzender der SPD. Seitdem war dieser Vorsitzender des Vereins. Er etablierte die Tradition der Rathauskonzerte und zahlreiche weitere Kulturformate. Mit mittlerweile 85 Jahren will er sein Amt aber in jüngere Hände geben, Stadtrat Claus Eimer übernimmt die Leitung des Kulturvereins.

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