„Central Station“ heißt die Show, mit der Movimento im Juli das Publikum im Alten Speicher Ebersberg begeistert. Für fünf Vorstellungen werden insgesamt rund 2300 Tickets verkauft – mehr geht nicht, die Bude ist jedes Mal voll. Außerdem zählt die Bewegungskünstegruppe aus Grafing einen gehörigen Verbrauch im Vorfeld auf: „3141 Minuten Warm-up, 653 Liter Schweiß, 592 Meter Kinesio-Tape und neun zerbrochene Besen.“
Doch der Aufwand lohnt sich: Das Programm ist erneut ein Meisterwerk, sportlich wie künstlerisch, das Publikum erlebt eine groß angelegte, höchst dynamische Komposition aus Bewegung, Musik und Emotion. „Central Station“ – der Bahnhof wird hier interpretiert als ein Knotenpunkt des Lebens, an dem verschiedenste Menschen zusammenkommen. Und diese Vielfalt spiegelt sich in den unterschiedlichen artistischen Darbietungen wider. Da schrauben sich die Pyramiden in schwindelerregende Höhen, da werden Frauen auf Händen getragen, da fliegen Leiber meterweit durch die Luft.
Das alles geht nur mit einem Maximum an Kraft, Körperspannung – und gegenseitigem Vertrauen. Außerdem bietet das Motto „Bahnhof“ freilich viel Gelegenheit für Humor. Besonders erheiternd sind die optimistischen Ansagen: „Vorsicht, die S6 Richtung Ebersberg fährt gleich ein!“ Ach was! Aber auch einen emotionalen roten Faden haben die Movimentos gestrickt: Als Protagonistinnen fungieren zwei Schwestern, zwei Waisen, die auf der Suche sind nach dem richtigen Weg im Leben... Am Ende, zum großen Finale mit allen Mitwirkenden, bebt der Saal vor Begeisterung.



