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Instrumentalunterricht für Erstklässler:Und jetzt alle

Seit fünf Jahren gibt es an der Parsdorfer Grundschule das Musikprojekt "Movapa". Nun wird es erweitert und bekommt gleich auch noch einen neuen Namen

Musikunterricht in der Parsdorfer Grundschule ist seit einigen Jahren deutlich umfangreicher als an anderen Schulen. Grund ist das im Schuljahr 2012/2013 eingeführte Projekt "Movapa", das für "Modell Vaterstetten Parsdorf" steht, bei dem die Kinder der Parsdorfer Grundschule von Lehrern der Vaterstettener Musikschule Instrumentenunterricht erhalten. Nach fünf erfolgreichen Jahren wurde das Projekt nun erweitert - und auch gleich umbenannt.

In der Parsdorfer Grundschule können die Kinder seit 2013 kostenlos Musikinstrumente spielen lernen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Ursprünglich war "Movapa" auch als Sozialprojekt gedacht. Besonders Kinder, "die eher wenig Zugang zu musischer Bildung und zum Erlernen eines Instrumentes haben", wie es Direktorin Ellen Riebesell einmal formulierte, sollten von den Angebot profitieren. Dieses sieht so aus, dass Lehrer der Musikschule regelmäßig zusätzlich zum normalen Musikunterricht in die Schule kommen, wo die Erstklässler dann verschiedene Musikinstrumente ausprobieren können.

Die Grundschüler sind eifrig dabei.

(Foto: Christian Endt)

Dies ist für die Kinder kostenlos, weil die Gemeinde das Projekt mit einem jährlichen Zuschuss von 2500 Euro unterstützt. Diese Summe hatten Musik- und Grundschule nun erneut beantragt. Im zuständigen Ausschuss des Gemeinderates erläuterten Riebesell und Musikschulleiter Bernd Kölmel außerdem, welche Veränderungen sie bei "Movapa" vornehmen wollen und schon vorgenommen haben.

Denn seit Schuljahresbeginn heißt das Projekt "Pamukids", das steht für: "Parsdorfer Musik-Kids". Deutlich innovativer als der neue Name ist aber, wie sich das Angebot seitdem verändert hat. Denn es soll nun auch Schülern mit Behinderung zugute kommen. Bereit seit dem Jahr 2013 gibt es nämlich in Parsdorf eine sogenannte Partnerklasse der Korbinianschule des Steinhöringer Einrichtungsverbundes. Dabei werden behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet.

Von diesem Schuljahr an können auch Kinder der Partnerklasse des Steinhöringer Betreuungszentrums konstenlos ein Musikinstrument erlernen. Bereits seit Jahren gibt es gemeinsame Schulstunden und auch Veranstaltungen

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Derzeit besuchen sieben Schüler aus Steinhöring die Partnerklasse. An vier Tagen in der Woche sind die Kinder der Korbinianschule in Parsdorf, an einem Tag findet der Unterricht in Steinhöring statt. Wenn die Steinhöringer in Parsdorf sind, unternehmen sie mit den dortigen Schülern etwa gemeinsame Wandertage und Ausflüge. Zudem werden einige Fächer, etwa Sport oder auch Kunst und Deutsch, gemeinsam unterrichtet - und seit September eben auch Musik im Rahmen des Projektes mit der Musikschule.

Auf diese Idee sei man gekommen, als Schulleitung und neue Musikschulleitung das "Movapa"-Projekt auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht haben, so Riebesell und Kölmel nun im Ausschuss. Entsprechend wurde dann das Musikprojekt weiterentwickelt. Geplant ist, dass es einmal in der Woche einen gemeinsamen Musikunterricht der Partnerschüler mit Kindern aus der ersten und zweiten Jahrgangsstufe der Grundschule gibt.

Wie und vor allem dass das funktioniert, konnten die Ausschussmitglieder in einem kurzen Film sehen. Darin musizieren die Kinder aus Steinhöring und Parsdorf zusammen - was für die Rektorin ein schöner Nebeneffekt des Projektes darstellt: Nicht nur lernten die Kinder Toleranz, "wir bekommen auch ein tolles Schulorchester".

Was man auch seitens der Gemeinde weiterhin fördern will. Ohne Gegenstimmen befürwortete der Kultur- und Schul-Ausschuss darum eine Fortsetzung des Projekts unter seinem neuen Namen und gab die dafür nötigen 2500 Euro für das laufende Schuljahr frei.