Innovationspreis:Landkreis Ebersberg zeichnet die besten Tüftler aus

Innovationspreis 2020 Landkreis

Das Sieger-Duo "Nimmsta" mit Florian Ruhland und Andreas Funkenhauser präsentiert den Handschuh-Scanner.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Erstmalig vergibt das Landratsamt Ebersberg den "Innovationspreis" für Firmen, Vereine und Start-ups. Unter den Top-Drei 2021 sind Bewerber aus Grafing und Aßling - darunter ein Konzept, um das Laden von E-Autos in der heimischen Garage zu vereinfachen.

Von Merlin Wassermann, Ebersberg

Den allerersten aller ersten Plätze bei diesem Wettbewerb wird man ihnen nicht mehr nehmen können: Die Mitarbeiter der Nimmsta GmbH aus Aßling sind die Sieger des Ebersberger Innovationspreises 2021. Die beiden Geschäftsführer Florian Ruhland und Andreas Funkenhauser konnten die Jury mit ihrem "HS-50" überzeugen: Ein modularer Handrückenscanner mit Touch-Display. Glaubt man den beiden Unternehmern, wird das Gerät den "Logistikmarkt revolutionieren", da es Handscanner und Tablet in einem ist. Ein Arbeiter, der beispielsweise bei der Zusammenstellung einer Bestellung Waren aus Behältern entfernt, kann dies tun, ohne den Scanner beiseitelegen zu müssen. Dadurch, so Ruhland und Funkenhauser, steigere sich die Effizienz enorm.

Es sind große Worte, die Landrat Robert Niedergesäß (CSU) am Montag bei der Eröffnungsrede zur Verleihung des ersten Ebersberger Innovationspreises im ehemaligen Sparkassensaal wählt. Innovation bedeute "Zukunftsfähigkeit", "technologischer Fortschritt", "Gemeinnützigkeit", "Nachhaltigkeit", aber auch "realisierbare Geschäftsideen". All das und noch mehr soll durch den Innovationspreis ermöglicht oder zumindest gefördert werden.

Eigentlich hätte der Preis bereits 2020 verliehen werden sollen, was aber pandemiebedingt verschoben werden musste. Der Innovationspreis, der sich nun neben die ebenfalls vom Landkreis ausgeschriebenen Energie- und Wirtschaftspreise gesellt, entsprang dabei ursprünglich Gesprächskreisen zur Verbesserung der Digitalisierung. Allerdings wurde schnell klar, dass es sich lohnen würde, Innovation als solches zu fördern.

Innovationspreis 2020 Landkreis

Der Zusammenschluss "Go Green" vom Grafinger Gymnasium wird von der Stadt Grafing unterstützt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Sieger aus Aßling nahmen den Preis mit Freude entgegen. Zwar existieren Handrückenscanner als Technologie bereits. Die zentrale Innovation, so Funkenhauser, liegt jedoch in der Modularität des Geräts. Es besteht aus einem fingerlosen Handschuh, auf den der eigentliche Scanner beliebig aufgesetzt werden kann. Damit wird nicht nur auf Elektronik im Handschuh verzichtet, was bei einem Defekt ressourcenschonender ist, da nur der Scanner ausgetauscht werden muss. Auch ist das Gerät ergonomischer. Preisgeld für den Gewinner-Handschuh: 5160 Euro.

Einundzwanzig Bewerbungen gingen für den Innovationspreis ein, von denen zwanzig zugelassen wurden, was Robert Niedergesäß als ein "gutes Zeichen" für die Zukunft des Preises sieht. Sie alle dürfen sich nun mit dem "Innovationssiegel" des Landkreises schmücken, ob sie auf dem Treppchen standen oder nicht. Die eingereichten Produkte, Aktionen und Ideen, alle in verschiedenen Gärungszuständen, von "Einfall" bis "Lieferfertig", deckten ein breites Spektrum ab: Von einer "Trucker-Übersetzer-App", inklusive Bildern über Bio-Hundeleckerlis, bis zu intelligenten Transportrobotern. Am häufigsten vertreten: Ideen zum Klima- oder Umweltschutz.

Platz zwei ging an die Firma "Your Charge GmbH", ebenfalls in Aßling. "Your Charge" hat sich zur Aufgabe gesetzt, E-Mobilität in privaten Großgaragen möglich zu machen. "Die Verkehrswende darf nicht an der Installation von Steckdosen scheitern", so Geschäftsführer Christian Brandt in einem Videoclip, in dem die Top drei kurz vorgestellt wurden. Die Innovationen bei "Your Charge" liegen hauptsächlich im Bereich der komplizierten Steckdosen, die für das Laden eines E-Autos nötig sind. Werden mehrere Autos gleichzeitig in einer Garage geladen, besteht die Gefahr, dass der Hausanschluss und das lokale Stromnetz überlastet werden. Hier schaffen die Wandladestationen von "Your Charge" Abhilfe. Gleichwohl ermöglichen sie eine einfache Abrechnung, wer in seiner Garagen tatsächlich wie viel Strom ins Auto geladen oder - altdeutsch - getankt hat. Denn, so Brandt: "Parken ist das neue Tanken!" Platz zwei ist mit 2080 Euro dotiert.

Den dritten Platz sicherte sich der Grafinger Verein in Gründung "Grafing Goes Green" und ist mit 1360 Euro dotiert. Der zukünftige Verein besteht aus Schülerinnen und Schülern, die sich 2019 zusammengefunden hatten. Ausgezeichnet wurden sie für ihr Konzept einer Stempelkarte zur Vermeidung von Einwegverpackungen. Es funktioniert so: Entscheidet sich eine Kundin oder ein Kunde in einem der derzeit 21 teilnehmenden Grafinger Geschäfte, auf eine Einwegverpackung zu verzichten, gibt es beim Bezahlen einen Stempel auf die Stempelkarte. Sind zehn Stempel gesammelt, kommt die Karte in eine Box. Man nimmt dann an einer Verlosung teil. Gewinner dürfen mit Gutscheinen im Wert von bis zu dreißig Euro rechnen, gestellt von der Stadt Grafing. In seiner Preisrede berichtet Julian Schmidt von großen Plänen, die der Verein noch habe und für die das Preisgeld verwendet werden soll: Neben der Ausweitung und Finanzierung der Stempelkarten will der Verein für einen plastikfreien Tag in Grafing werben.

Neben Innovation setzte man bei der Veranstaltung schlussendlich auch auf altbewährtes: die sich im ehemaligen Saal der Kreissparkasse eingefunden hatten und lange genug geblieben sind, konnten den Abend bei einem Buffet in Präsenz gemeinsam ausklingen zu lassen. Und so durften sich am Ende dieses Abends vielleicht doch alle als Gewinner fühlen.

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