bedeckt München 11°

Spendenaktion:Immer mehr Blutspender im Großraum Ebersberg

Fereienreporter Blutspenden

In Frauenneuharting hat der Blutspendedienst in diesem Jahr zum ersten Mal Station gemacht. Mit dem Ergebnis ist das BRK zufrieden.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Zweieinhalb Jahre nach der Übernahme durch das Rote Kreuz nehmen die Spenderzahlen weiter zu. Das starke Ergebnis von 2017 könnte noch einmal gesteigert werden.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Es war eine gewaltige Herausforderung: Als im April 2016 das Rote Kreuz den Blutspendedienst in der Region übernahm, musste es völlig von vorn anfangen: Aus Datenschutzgründen durfte der Blutspendedienst der städtischen Kliniken München, der bisher für diesen Bereich zuständig war, die Spenderkartei nicht übergeben - somit konnte das BRK auch nicht wie bisher in persönlichen Schreiben über Spendeaktionen informieren. Nun, gut zweieinhalb Jahre nach dem Übergang, zieht man beim BRK-Blutspendedienst positive Bilanz: Allein im Jahr 2017 wurden im Landkreis 3800 Blutspenden gesammelt, 2018 hat sich das Ergebnis voraussichtlich noch verbessert. Erstmals haben die Teams auch in Pliening und Frauenneuharting Station gemacht, mit sehr guten Resultaten.

"Im Großraum Ebersberg freuen wir uns über einen hohen Zuwachs an Spendern", berichtet Patric Nohe, Sprecher beim BRK-Blutspendedienst in München. Die Teams aus der Landeshauptstadt sind für die Registratur und die Blutabnahme zuständig, unterstützt werden sie dabei von BRK-Kräften aus der Region. Diese kümmern sich außerdem um die Organisation der Spendeaktionen und um die Betreuung der Spender, wie Martha Stark, stellvertretende Geschäftsführerin des BRK in Ebersberg, erläutert.

Vor allem, wenn der Blutspendedienst in der Kreisstadt Station macht, ist immer viel los. Aber auch in Markt Schwaben, Grafing und Glonn kommen erfahrungsgemäß viele, die durch eine Blutspende Gutes tun wollen. Neben vielen Stammspendern sind laut Stark auch immer neue Gesichter dabei. Dabei spielt gerade für diejenigen, die regelmäßig kommen, auch der gesellige Aspekt der Aktionen eine Rolle.

Auf eine Käsesemmel nach dem Spenden

Man trifft sich nach der Spende mit Bekannten an der Verpflegungsstation bei einer Wurst- oder Käsesemmel und einer Tasse Kaffee und nutzt das gleich zu einem gemütlichen Ratsch. "Das ist wirklich oft eine sehr nette Atmosphäre", sagt Martha Stark. Und auch dass sie sich ein kleines Geschenk als Dankeschön für ihr Spende mitnehmen dürfen, freut die meisten. Momentan gibt es jahreszeitgemäß Weihnachtsteller oder Keksdosen, auch kuschelige Fleecedecken, Bücher oder im Sommer Wasserspielzeuge für Kinder sind auf den Präsenttischen zu finden.

Ein Problem sind wie für die Vorgängerorganisation auch für den BRK-Blutspendedienst die Flauten in den Sommermonaten. Inzwischen, so Nohe, habe sich die Lage wieder etwas entspannt. "Es wäre jedoch ein verheerender Fehler, sich auf der aktuellen Situation auszuruhen. Wir sind wohlgemerkt auf dem Weg zur Normalität, ein Überschuss besteht keinesfalls", unterstreicht der BRK-Sprecher. Um weitere Spender zu akquirieren, ist der Blutspendedienst auf sämtlichen Kanälen der sozialen Netzwerke aktiv. Wer mag, kann sich auch beim digitalen Spenderservice (https://www.spenderservice.net) registrieren und erhält dann auf diesem Weg persönliche Einladungen zur Blutspende oder kann die persönliche Spendenhistorie abrufen.

Keine Konsequenzen zieht der Blutspendedienst vorerst daraus, dass erstmals das West-Nil-Virus im Landkreis aufgetreten ist. Ein Bartkauz im Poinger Wildpark war daran gestorben, doch die Krankheit ist über Mücken auch auf den Menschen übertragbar. Bisher ist aber noch kein Fall in Bayern bekannt, bei dem sich ein Mensch durch Mücken angesteckt hat. Daher sei "eine generelle Testung auf West-Nil-Virus-Infektionen oder gar die Rückstellung von Spendern aus dem Raum München zur Zeit nicht nötig", so Nohe.

Auf den aktuellen Spendeterminen müssten Blutspenderinnen und -spender, die sich seit Frühsommer bis Ende November in einem West-Nil-Virus-Risikogebiet - dazu zählen auch Teile von Italien - aufgehalten hätten, ab dem Tag der Rückkehr für vier Wochen vom Blutspenden zurückgestellt werden. "Diese Rückstellung ist eine Vorsichtsmaßnahme, die der Sicherheit der Empfängerinnen und Empfänger dient und beruht auf den Vorgaben des Paul-Ehrlich-Institutes", erläutert der BRK-Sprecher.

In diesem Jahr macht der Blutspendedienst noch zweimal im Landkreis Station: am Mittwoch, 12. Dezember, von 15.30 bis 20 Uhr im BRK-Haus in Ebersberg, Zur Gass 5, und am Freitag, 21. Dezember, von 16 bis 20 Uhr in der Stadthalle in Grafing.

© SZ vom 11.12.2018/koei
Zur SZ-Startseite