Im Streit um LeinenzwangHundebesitzer werden zahm

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Markt Schwabener Interessengemeinschaft räumt Fehler ein und will künftig emotionsfrei auftreten.

Karin Kampwerth

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Markt Schwaben - Es wird weder Demonstrationen noch ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Leinenzwang für Hunde im Schwabener Moos geben. Die Interessengemeinschaft, die sich vor einer Woche gebildet hat, nachdem eine Verordnung zum Schutz des Storches aus dem Landratsamt bekannt geworden war, lenkt ein. "Unsere künftige Arbeit soll emotionsfrei werden", sagte Sprecherin Anja Sabo nach einem Treffen der Gruppe am Donnerstag.

Die Hundebesitzer wollen auch die verhärteten Fronten mit den Vogelschützern aufweichen. Das begrüßt der stellvertretende Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), Rainer Förderreuther aus Zorneding. So soll eine gemeinsame Begehung des Areals vom Markt Schwabener Sportpark bis zum Schützenheim stattfinden, bei der LBV-Kreischef und Horstbetreuer des Markt Schwabener Storches, Richard Straub, die Gründe für das Schutzgebiet erklären will. Förderreuther zeigte sich zufrieden: "Wir gehen aufeinander zu." Anja Sabo räumte ein, dass die Interessengemeinschaft in den ersten Tagen nach ihrer Gründung einige Fehler gemacht habe. Allerdings nimmt sie dabei das Landratsamt mit in die Pflicht. "Die haben die Verordnung einfach so in den Raum geworfen", beschwert sich Sabo. Zudem sei der Entwurf der Verordnung vollkommen unkonkret, so dass man Teile nur missverstehen könne. Etwa, dass mit Begehungsverbot und Leinenzwang auch Wiesenbrüter in dem Markt Schwabener Naherholungsgebiet geschützt werden sollten - deren Gelege und Küken gehören zur Lieblingsnahrung des Storches. Ein völlig unlogischer Gedanke, nach Meinung der Hundehalter. Inzwischen habe die Interessengemeinschaft aber eine Reihe von Fragen mit der Unteren Naturschutzbehörde klären können. Man wisse jetzt, so Sabo, dass mit dem Schutzgebiet im Moos ausschließlich der Storch geschützt werden soll. Der Forderungskatalog der Interessengemeinschaft konzentriert sich nun auf eine Kartierung der Wege in den Naherholungsgebiet, die weiterhin betreten werden dürfen. Das hatte auch der Umweltausschuss des Gemeinderates am vergangenen Dienstag beschlossen.

Der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Johann Taschner, hat den Markt Schwabener Spaziergängern mit und ohne Hund inzwischen zugesichert, dass der Rundwegcharakter im Moos erhalten bleibe und auch eine Reihe unbefestigter Feldwege und Trampelpfade weiterhin benutzt werden dürften. Im Gegenzug versprechen die Hundebesitzer in der Interessengemeinschaft, die schwarzen Schafe anzusprechen, die ihre Vierbeiner laufen lassen, obwohl der Storch in der Nähe ist. Der grundsätzliche Leinenzwang bleibt für viele Hundebesitzer dennoch ein Problem. "Ich gehe mit meinem Hund täglich zwei Stunden spazieren, da kann ich ihn nicht die ganze Zeit anhängen", sagt Sabo. Sie müsse dann wohl in die Nachbarschaft ausweichen.

© SZ vom 17.03.2012 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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