Trotz andauernder Corona-Krise entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Landkreis positiv. Laut der auch für Ebersberg zuständigen Arbeitsagentur Freising sank die Quote von 2,8 Prozent im Februar auf 2,6 Ende März. Allerdings liegt die Zahl der Arbeitslosen deutlich über dem Wert vor Beginn der Corona-Krise: Vor einem und vor zwei Jahren hatte die Quote für den Landkreis 1,9 Prozent betragen. Derzeit sind 2167 Personen aus dem Landkreis arbeitslos gemeldet, haben also Anspruch auf Arbeitslosengeld, 650 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt auf Jobsuche sind 3671 Personen, das ist ein Anstieg um 813.
In der Region - der Zuständigkeitsbereich der Agentur umfasst neben Ebersberg und Freising noch Erding und Dachau - steht der Landkreis noch am besten da. In Erding liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei drei, in Dachau bei 3,2 und in Freising bei 3,3 Prozent. Allerdings haben auch in den drei Nachbarlandkreisen im März wieder mehr Menschen einen Job gefunden, die gemeinsame Quote ist von 3,1 Prozent im Februar auf nunmehr 2,9 gesunken.
Dazu, dass die Zahlen nicht schlechter ausfallen, trägt wohl auch die Kurzarbeit bei. Zwar gibt es keine aktuellen Zahlen, wie viel Kurzarbeit tatsächlich stattfindet, beantragt wurde diese zwischen März 2020 und 2021 in den vier Landkreisen von insgesamt 8050 regionalen Betrieben für rund 109 400 Angestellte. Zu Beginn der Pandemie vor einem Jahr wurde im Landkreis Ebersberg in 426 Betrieben tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 3273 Beschäftigte. Den bisherigen Höchstwert erreichte die Zahl der Kurzarbeitenden im April 2020 mit 920 Betrieben, in denen 10 225 Angestellte tatsächlich kurzgearbeitet haben. Die aktuellsten Zahlen zur Kurzarbeit in der Ebersberger Region sind aus dem Monat Oktober 2020: In 386 Unternehmen wurde tatsächlich kurzgearbeitet. Betroffen waren 2525 Beschäftigte.
Unterdessen steigt auch die Zahl der offenen Stellen wieder leicht an: Im März wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Ebersberg 297 neu zu besetzende Stellen im Landkreis gemeldet, 13 Stellen mehr als im Februar 2021. Insgesamt befanden sich damit zuletzt 1104 Arbeitsangebote im Stellenpool für Ebersberg. Auch für die Region insgesamt ist dieser Trend zu beobachten, mit 3828 offenen Stellen gibt es in den vier Landkreisen damit 203 mehr als im Vormonat - allerdings auch 1016 weniger als vor einem Jahr. Besonders viele neue Leute werden derzeit im produzierenden Gewerbe mit 902 vakanten Stellen gesucht. Im Berufssegment Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit gab es 774 offene Stellen. Im Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung wurde für 567 Stellen Personal gesucht. 310 Ausbildungsstellen waren im März noch unbesetzt, dem stehen 249 junge Leute gegenüber, die noch keine berufliche oder schulische Perspektive gefunden haben.