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Im Landkreis Ebersberg:Bislang zwei Tote durch Corona

MVZ Labor in Poing, 2020

Die Testkapazität soll weiter erhöht werden, um Corona-Erkrankungen schneller zu erkennen.

(Foto: Christian Endt)

Zahl der Infizierten bleibt weitgehend stabil

Ein zweiter Landkreisbürger, der mit dem Corona-Virus infiziert war, ist verstorben. Es handelt sich um einen 80-Jährigen aus dem südlichen Landkreis. Er wurde in einer Klinik im Landkreis Miesbach stationär behandelt und hatte eine Vorerkrankung.

Im Landkreis Ebersberg sind Stand Montag 110 Corona-Infektionen gemeldet. Insgesamt befinden sich aktuell 298 Personen im Landkreis Ebersberg in häuslicher Quarantäne. Seit Ausbruch der Pandemie wurden im Landkreis insgesamt 393 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 281 von ihnen sind wieder gesund. Zwei Corona-Patienten aus dem Landkreis sind bisher verstorben. Diese stabilen Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass es jederzeit wieder zu einem Ansteigen der Zahl der Infektionen kommen wird, sobald die Kontakte zunehmen und die Mindestabstände nicht eingehalten werden, heißt es dazu aus dem Landratsamt.

In der Ebersberger Kreisklinik werden derzeit sieben infizierte Patienten behandelt, vier von ihnen befinden sich auf der Intensivstation und müssen dort beatmet werden. Außerdem gibt es 19 Verdachtsfälle auf eine Corona-Infektion. Die Betroffenen werden isoliert stationär behandelt.

Insgesamt 33 Landkreisbürger haben sich am vergangenen Wochenende an das Bürgertelefon (08092) 823 680 im Landratsamt gewandt.

Ein Problem stellt die Quarantäne in der Asyl-Unterkunft der Regierung von Oberbayern in Grub dar. Einige Bewohner halten sich nicht an die Quarantänebestimmungen. Zwei von ihnen haben erheblichen Widerstand geleistet, als die Polizei sie wieder in die Einrichtung zurückbringen wollte. Sie wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Die Vorbereitungen für die Aufnahme des Schulbetriebs der Abschlussklassen am kommenden Montag haben begonnen. An den Schulen soll es Schutzmasken und ausreichend Desinfektionsmittel geben, dies ist in dieser Woche zu organisieren

Zur Verbesserung der Diagnostik werden sogenannte Contact Tracing Teams (CTT) installiert, pro 20 000 Einwohner sollen fünf Personen die frühzeitige Erkennung und Isolierung von Infizierten sowie die Isolierung enger Kontaktpersonen organisieren. Regierungspräsidentin Maria Els hat heute Landrat Robert Niedergesäß hierfür telefonisch 35 Kräfte zugesagt, die demnächst dem Landkreis Ebersberg zugeordnet werden. Darüber hinaus wird an einer weiteren Ausweitung der Abstriche gearbeitet, die Sollkapazitäten des Diagnostikzentrums werden derzeit nicht ausgenutzt.

© SZ vom 21.04.2020 / SZ
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