Süddeutsche Zeitung

Ideen für Ebersberg:Fünf Arbeitskreise für die Kreisstadt

Die Agenda und die Protagonisten der neugegründeten Wählergemeinschaft.

Um die Themen zu erarbeiten, hat "Pro Ebersberg" fünf Arbeitskreise (AK) gegründet. Dabei sollen auch Bürger Ideen einbringen. Wichtig sei ihnen vor allem, dass Konzepte wirksam und umsetzbar sind.

Stadtentwicklung, Soziales und Gemeinschaftsflächen

Unter der Leitung von Manfred Kugler und Josef Peis sollen die Flächen in Ebersberg noch mehr für sozialen Austausch genutzt werden. Auch Ebersberg sei von Veränderungen in der Gesellschaft betroffen. "Wir müssen zusammenwachsen und dafür muss es Räume geben", so Kugler. Sie wollen etwa den Ehrenamtsplatz am Einkaufszentrum und den Klosterbauhof besser für solche Begegnungen nutzen.

Energie, Umwelt und Natur

"Wir wollen die Klimawende schaffen", sagt AK-Leiter Anton Bayerstadler. Windkraft sei dabei kein Tabuthema. Ebersberg solle einen Großteil des Stroms in Zukunft selbst produzieren. "Wir sehen darin großes Potenzial." Dennoch sei Windkraft kein Allheilmittel. Notwendig seien zudem große Flächen mit Photovoltaik und Solarthermie. Auch Biomasse und Biogas stehen auf ihrer Liste. Es sollen Anreize zur Reduzierung von Rest- und Plastikmüll geschaffen werden.

Verkehr

Beim vielschichtigen Thema Verkehr fordert der Arbeitskreis um Leiter Reinhold Weise ein neues Radwegkonzept, bei dem Fahrradparkplätze und die Sicherheit für Radler eine Rolle spielen sollen. Zudem sollen breitere Fußwege für Kinderwägen und Rollatoren gebaut werden. Auch alternative Verkehrskonzepte sollen in Ebersberg etabliert werden: Für Pendler, die in Grafing Bahnhof stranden, wollen sie ein Rufbuskonzept ausarbeiten. In der Debatte um eine Umgehungsstraße für die St 2080 sprechen sie sich zwar für eine Tunnellösung aus, falls diese nicht realisierbar ist, käme auch eine Ostumgehung oder eine Umleitung über Albaching in Frage.

Wohnen

"Weg von althergebrachten Konzepten", sagt AK-Leiter Christian Schechner. Wichtig seien ihnen barrierefreies und generationenübergreifendes Wohnen. Im sozialen Wohnungsbau sei bisher nichts Konkretes passiert.

Gemeinwohl-Ökonomie

Mit dem Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie geht es um Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und transparente Politik, wie Georg Hengster und Josef Peis vom AK erläutern. Damit wollen sie Menschen und deren Beziehungen ins Zentrum stellen. Um zu ermitteln, welchen Betrag die Gemeinde zum Gemeinwohl leistet, soll das Bewertungsverfahren der Gemeinwohl-Bilanz genutzt werden. Der administrative Aufwand dafür ist groß, die Gemeinde wird in Kategorien bewertet, etwa woher der Kaffee im Büro kommt oder in welche Projekte die Gemeinde investiert. Kirchanschöring im Kreis Traunstein nutze bereits dieses Konzept.

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Quelle:
SZ vom 10.10.2019
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