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Hohenlinden:Standortsuche für Kinderhaus

Gemeinderat favorisiert ein Grundstück nahe der Schule

Eine kinder- und familienfreundliche Gemeinde will Hohenlinden sein: In diesem Kontext beschäftigte sich der Gemeinderat auf der jüngsten Sitzung mit mehreren Projekten. Durch neue Baugebiete und Nachverdichtung des Innenraums im Hauptort ist die Zahl der Einwohner in den vergangenen Jahren von 2900 auf 3240 nach oben geschnellt: "Das Wachstum ist noch moderat", sagte Bürgermeister Ludwig Maurer (ÜWH) dazu.

Mit Blick auf die nächsten Jahre müsse das Angebot für die Kinderbetreuung aber erweitert werden. Ein neues Kinderhaus mit zusätzlichen Räumen für Kinderhort, -krippe, -garten könnte in der Nähe der Schule gebaut werden. Gegen die Stimmen von Alois Grabl (CSU) und Josef Neumeier (Bürgerliche) beschloss der Gemeinderat eine Untersuchung des potenziellen Baugrunds für das geplante neue Gebäude zur Kinderbetreuung. Das Planungsbüro soll mit vorbereitenden Untersuchungen und Vorarbeiten zur Ermittlung der Grundlagen für die Standortentscheidung beauftragt und die voraussichtliche Honorarsumme von 39 112 Euro im Haushaltsplan 2020 eingeplant werden. Die Experten sollen prüfen, ob das Grundstück als Kinderhausstandort geeignet wäre.

"Wir sind nicht unter Druck, wir haben noch Zeit, brauchen die neuen Räume erst in ein paar Jahren", sagte Maurer. Das Grundstück gehört der katholischen Kirche. Sollte der Standort geeignet sein, könnte mit den Vertretern der Kirche über einen Grundstückstausch verhandelt werden. Die Gemeinde könnte als Tausch für den anvisierten Garten des Pfarrers Tauschgrund anbieten. Doch zunächst müsse der potenzielle Baugrund unter die Lupe genommen werden. In der Nähe des Areals befinden sich Parkplätze an der Schule, am Rathaus und am Mehrzweckplatz, was für den Standort spricht.

Bauamtsleiterin Beatrice Huber teilte mit, dass sie prüfen wolle, ob es für die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Projekt staatliche Zuschüsse gibt. Rudi Woidich (CSU) und Neumeier regten einen Architektenwettbewerb an. Grabl forderte vor einer Bodenuntersuchung des Areals konkretere Gespräche mit Vertretern der Kirche. Erst dann sollten die vorbereitenden Arbeiten durch ein Planungsbüro starten: "Das müsste zunächst mit der Kirche geklärt werden, ob die überhaupt zu einem Grundstückstausch bereit wären." Es sollten zuvor Gespräche etwa mit Pfarradministrator Christoph Stürzer geführt und eine Stellungnahme abgewartet werden.

Maurer sah das anders: Die Gemeinde müsse erst eine konkrete Vorstellung zum Standort basierend auf Untersuchungsergebnissen des Bodens entwickeln und vor konkreten Gesprächen wissen, ob das Grundstück für das Kinderhaus geeignet wäre. Die Untersuchungen würden zeigen, ob auch andere Planungsvarianten in der Nähe denkbar wären. Vielleicht "ginge es auch ohne den Pfarrgarten". Maurer fügte an, dass die Gemeinde mit Vertretern der katholischen Kirche gut zusammen arbeite und er im Hinblick auf mögliche spätere Gespräche zuversichtlich im Hinblick auf konstruktive Lösungen sei. In Neubauten für kirchliche Kindergärten investiere die Kirche - in Hohenlinden gibt es einen kirchlichen Kindergarten - derzeit nicht.

Die parteifreie Gemeinderätin Johanna Seitz brachte einen anderen Standort in der Nähe ins Spiel: "Vielleicht könnte die Einrichtung zur Kinderbetreuung hinter der Turnhalle der Schule gebaut werden." Mechtild Maurer (ÜWH) war dagegen, weil diese freie Fläche für eine künftige Erweiterung der Sportanlagen langfristig vorgehalten werden sollte. Darüber hinaus möchte die Gemeinde für den Nachwuchs wieder ein Ferienprogramm anbieten.

Auch der Erhalt des Lehrschwimmbeckens im Schulhaus ist Maurer und den Gemeinderäten wichtig. Der Gemeinderat stimmte deshalb nach einem Plädoyer von Maurer dem Umbau und der Sanierung der alten Umkleidekabinen und Duschen am Lehrschwimmbecken der Grundschule zu. Mit der Planung dafür wurde einstimmig der Architekt und frühere Zweite Bürgermeister Martin Hubner aus Niederkaging beauftragt, unter dessen Regie bereits frühere Sanierungsmaßnahmen im Schulhaus geplant wurden: "Wir wollen das Lehrschwimmbecken erhalten und nicht irgendwann zusperren müssen", sagte Maurer. Kinder sollten in der Schule in Hohenlinden auch in den nächsten Jahren die Möglichkeit haben, Schwimmen zu lernen.

© SZ vom 21.02.2020
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