Hohenlinden:Haufenweise Ärger

Hohenlinden kritisiert Landratsamt wegen Kiesabbau-Verfahren

Von Philipp Schmitt, Hohenlinden

Das geplante Areal für den Kiesabbau in einer dafür vorgesehenen Zone wird in der Gemeinde Hohenlinden seit Jahren diskutiert: Die Idee gibt es schon lange, doch die Umsetzung ist nicht einfach. Einige bereits vor Jahren geplante und von Bürgermeister Ludwig Maurer (ÜWH) und dem Gemeinderat favorisierte Kiesabbauflächen als vorgeschriebene Abbauzonen waren nicht realisierbar. Inzwischen hat sich der Gemeinderat auf die Ausweisung einer kleineren Kieskonzentrationszone geeinigt, die möglichst schnell im Flächennutzungsplan (FNP) verankert werden soll. Ein weiterer Schritt erfolgte nun mit dem mehrheitlich gefassten Beschluss zu den Grenzen der Kiesabbauzone auf der Hohenlindener Gemeinderatsitzung am Montag im Wendlandhaus.

Die Stellungnahmen zum bisherigen Verfahren wurden zur Kenntnis genommen. In der geplanten Abbauzone gibt es bereits Kiesabbau. Einzelne Firmen haben Abbaugenehmigungen vom Landratsamt erhalten, die teilweise das gemeindliche Einvernehmen ersetzten. Maurer kritisierte erneut die Privilegierung des Kiesabbaus, die er für nicht mehr zeitgemäß halte. Auch Zweiter Bürgermeister Thomas Riedl (CSU) erinnerte daran, dass der Gemeinderat einige inzwischen genehmigte Kiesabbauflächen zuvor kritisch gesehen habe. Weil nun aus dem Landratsamt zum Verfahren divergierende Stellungnahmen kamen, sowie Vertreter des Immissionsschutzes bei der Auslegung der FNP-Änderung für die neue Kiesabbauzone auch kritische Hinweise auf zu geringe Abstandsflächen zur Wohnbebauung und zum Lärmschutz vorgebracht haben und eine eventuelle Verkleinerung der Kiesabbauzone ins Spiel brachten, gab es dafür auch Kritik aus dem Gemeinderat. Mechtild Maurer (ÜWH) bemängelte das Genehmigungsprozedere des Landratsamts: "Wir sollen nun etwas verteidigen, was wir so gar nicht wollten." Josef Neumeier (Bürgerliche) fügte an, dass betroffene Anwohner nun bei der nächsten Auslegung der FNP-Änderung Einwände wegen der zu geringen Abstandsflächen erheben könnten. Ludwig Maurer wies allerdings wie Riedel darauf hin, dass für bestehende und genehmigte Abbaugebiete trotz der Nähe zu den Nachbarn und des Lärms die vom Landratsamt erfolgten Genehmigungen wohl nicht mehr nachträglich anzufechten seien. Maurer regte pragmatisch in der Bauleitplanung "einen Gleichlauf" von Flächennutzungsplan mit den bereits genehmigten Abbauflächen trotz vereinzelter Bedenken an.

Dritter Bürgermeister Johannes Rumpfinger (Grüne) kritisierte zwar, dass die bereits vom Landratsamt genehmigten Abbaugebiete den Nachbarn "auf die Pelle rücken", allerdings müsse der Blick bei den weiteren Planungen der Kiesabbauzonen nun nach vorne gerichtet werden. Er war sich mit Maurer und Riedl einig, dass die von der Gemeinde geplante Kieskonzentrationszone zur Bündelung der Abbauwünsche und gegen einen Wildwuchs beim Kiesabbau so schnell wie möglich durch die FNP-Änderung verbindlich werden sollte. Nur so könne die Gemeinde neue Abbaugebiete an unerwünschten Stellen verhindern.

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