Der Grafinger Gastwirt Simon Ahammer scheute sich auch in der Zeit des Nationalsozialismus‘ nicht vor klaren Worten. „,Grüß Gott‘ ist mein Gruß, ‚Heil Hitler‘, wenn ich muss“: Das machte der Wirt der Gaststätte „Zum Grandauer“ gerne mal deutlich. Beinahe hätte das für ihn schlimme Folgen gehabt, denn als seine Haltung bei einem Arbeitsgerichtsprozess in Ebersberg zur Sprache kam, hörte auch der Justizassistent Erich Bergmeier mit. Der Sicherheitsdienst-Spitzel meldete das an die örtliche NSDAP-Kreisleitung, am Ende landete die Information beim Sondergericht München. Ahammer kam letztlich glimpflich davon, da Aussage gegen Aussage stand und sich kein weiterer Belastungszeuge finden wollte. Der Fall ist einer von vielen, die der Ebersberger Historiker Bernhard Schäfer in den vergangenen Jahren ans Licht gebracht hat. Auch lange nach Kriegsende arbeitet er an der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Landkreis Ebersberg – und sieht nach wie vor ein großes Betätigungsfeld hier, wie er im SZ-Interview unterstreicht.
Ebersberger Historie„Wie schnell man demokratische Strukturen aushebeln kann“
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Der Ebersberger Historiker Bernhard Schäfer ist unermüdlich bei der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Landkreis Ebersberg. Welche Fälle ihm besonders nahe gehen – und warum ihm zunehmend die Nachrichten Sorge bereiten.
Interview von Barbara Mooser, Grafing

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