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Hilfe:ÖDP und Linke fordern mehr Hilfe für Kinder

Grammatik, Bruchrechnen, Homeoffice: Neue Runde im Zuhause-Lernen

Ein Großteil des Unterrichts an bayerischen Schulen läuft seit dem Lockdown über die Lernplattform Mebis des Kultusministeriums. Ohne Internetzugang haben Schüler keine Möglichkeit, daran teilzunehmen.

(Foto: dpa)

Ausschussgemeinschaft stellt Eilanträge für die erste Kreistagssitzung an diesem Montag, unter anderem sollen Lerncomputer verliehen werden

Die Mitglieder der neuen Ausschussgemeinschaft aus ÖDP und Linken im Kreistag wollen mit vier Eilanträgen zur konstituierenden Sitzung Kindern aus benachteiligten Familien helfen, und auch solchen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Nach acht Wochen Corona-Krise und Lockdown hätten sich ja bereits verschiedene Interessensverbände zu Wort gemeldet und versucht, Lockerungsmaßnahmen für "ihre" Klientel einzufordern, so die Verfasser des Antrags. Am "Tag der gewaltfreien Erziehung", den der Kinderschutzbund seit 2004 alljährlich ausruft, möchten wir mit unseren Eilanträgen diesen Kindern eine lautere Stimme geben, damit sie aus humanitären Gründen bestmöglichen Schutz und Hilfe bekommen", schreiben die Mitglieder der Ausschussgemeinschaft Renate Glaser und Karl Schweisfurth (ÖDP) sowie Marlene Ottinger (Linke).

Benachteiligten Menschen in der Gesellschaft fehle die Lobby, daher sehe man sich in der Verantwortung, für sie einzutreten, schreiben die Kreisräte und bitten darum, vier Eilanträge kurzfristig auf die Tagesordnung zu setzen. So solle, erstens, der Kreis als Sachaufwandsträger schnellstmöglich benachteiligte Kinder und Jugendliche soweit mit Technik und Zuschüssen zu Daten-Verträgen ausstatten, dass sie zu Hause am Online-Unterricht oder am Schülerportal teilnehmen können und die notwendigen Schulunterlagen erhalten. Laut Kultusministerium gebe es ja die Möglichkeit, technische Geräte aus Schulen zu verleihen.

Im zweiten Punkt beantragen die drei Kreisräte, der Landrat möge sich im Auftrag des Kreistags auf Landesebene dafür einsetzen, benachteiligten oder gefährdeten Kinder, ebenso wie Kindern von Eltern mit systemrelevanten Berufen, eine Betreuung möglichst in ihren Einrichtungen zu ermöglichen. Eltern, die sich überfordert fühlen, sollen ein niederschwelliges und großzügiges Betreuungsangebot für ihre Kinder bekommen.

Drittens solle das Jugendamt in diesen Zeiten finanziell und personell unterstützt werden, da der Aufwand, Kontakt zu bedürftigen Familien zu halten, überforderte Eltern zu beraten und die Vorgaben der Corona-Richtlinien umzusetzen mehr Zeit als sonst erfordere. Dies sei umso wichtiger, als Schulen und Kitas als Schutz- und Kontrollfunktion wegfielen. Dazu solle eine Einschätzung der Situation durch das Jugendamt eingeholt werden.

In ihrem vierten Punkt geht es den drei Kreisräten um Frauen und Kinder, die vor häuslicher Gewalt fliehen. Ihnen solle niederschwellig Platz und therapeutische Versorgung zur Verfügung gestellt werden. Gerade solche Kinder hätten sonst häufig keine adäquate Computertechnik zu Hause, ohne vertraute Kontakte zu Erziehern oder Therapeuten seien sie derzeit ohne Schutz aber auch ohne Kontrolle der Situation zu Hause ausgesetzt.

© SZ vom 04.05.2020 / SZ

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