bedeckt München 27°

Hauptausschuss Vaterstetten:Ganz weit draußen

Coronavirus - Gastronomie Stuttgart

Ob für Kaffee oder Abendessen, Vaterstettens Wirte dürfen bis Ende Oktober mehr Tische auf öffentlichen Flächen aufstellen.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Gastwirte in Vaterstetten können nun auch öffentliche Flächen nutzen, das soll die Corona-Einbußen etwas ausgleichen

Das Speisen im Freien gehört für viele ja zu einem gelungenen Urlaub im Süden dazu und auch wenn dieser für manche heuer ausfällt, in der Großgemeinde wird es in diesem Sommer zumindest mehr Gelegenheit geben, Essen und Getränke an der frischen Luft zu sich zu nehmen. Ohne Gegenstimmen hat der Vaterstettener Hauptausschuss einem entsprechenden Antrag der CSU-Fraktion zugestimmt.

Konkret gehe es um die Unterstützung der durch die Corona-Einschränkungen hart getroffenen örtlichen Gastronomie, erläuterte Florian Pöhlmann den Antrag seiner Fraktion. Diese Einschränkungen halten auch weiter an, denn zwar dürfen die Lokale wieder öffnen, allerdings deutlich weniger Gäste bewirtschaften, wegen des Abstandsgebotes, das die Infektionsgefahr senken soll. Die dadurch wegfallenden Sitzplätze könnten zumindest teilweise kompensiert werden, dürften die Freischankflächen etwas wachsen. Soweit rechtlich zulässig - also nicht etwa in der Feuerwehreinfahrt - sollten die Gastronomen daher ihre Tische und Stühle auch auf öffentlichen Flächen aufstellen dürfen. Die Ausnahmeregelung ist bis 31. Oktober befristet.

Bei einer Gegenstimme wurde außerdem ein weiterer Antrag der CSU beschlossen, die Einführung einer Corona-Hotline für örtliche Unternehmen. Diese sollen sich dort über die Überbrückungshilfen von Land und Bund informieren können: "Angesichts der Vielzahl der (...) Hilfsmaßnahmen zur Überbrückung der Corona-Krise, besteht die Gefahr, dass Unternehmen den Überblick verlieren und nicht von allen Fördermöglichkeiten (...) erfahren", schreiben Michael Niebler und Florian Pöhlmann als Verfasser des Antrages in der Begründung. Die Folge könnte schlimmstenfalls sein, dass Firmen den Betrieb aufgäben, dies hätte "negative Auswirkungen auf die Lebendigkeit unserer Gemeinde". Dem entgegenzuwirken sei daher Aufgabe der Wirtschaftsförderung im Rathaus, die ein entsprechendes Beratungsangebot einrichten solle.

"Die bayerische Staatsregierung hat schon so eine Hotline", meinte dagegen Wolfgang Schermann (SPD), "ich habe sie auch ausprobiert, da wird man wunderbar weitergeleitet." Es gebe daher keine Notwendigkeit, dass die Gemeinde auch noch eine Hotline betreibt. "Wir wollen nicht behaupten, dass wir alles besser können", sagte Wirtschaftsförderer Georg Kast, das neue Angebot diene vor allem der Vernetzung, etwa mit der Info-Hotline des Landratsamtes. Zumindest zu einem Thema werde die neue Hotline wohl nicht beraten müssen, sagte Kämmerer Markus Porombka: Die Gewerbesteuer-Stundung, über die laut Antrag speziell informiert werden sollte. "Das ist inzwischen unser tägliches Brot, da gibt es wohl keinen mehr, der davon nichts weiß."

Firmen in Vaterstetten finden Informationen zum Thema Corona-Hilfen unter (08106) 383 333.

© SZ vom 02.07.2020 / wkb

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite