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Gymnasium Vaterstetten:Dringende Erneuerung

Das Vaterstettener Gymnasium bekommt neue Heizzentrale

Von Johannes Korsche, Vaterstetten

1972 war einiges los: Watergate-Affäre, die erste sozialliberale Koalition unter Willy Brandt endete, Olympische Spiele in München - und die Schüler des Vaterstettener Humboldt-Gymnasiums mussten nicht mehr frieren, denn die Heizungszentrale der Schule wurde fertig. Seither hat sich vieles geändert, manches blieb mehr oder weniger gleich: So habe man die Heizungszentrale seit nun mehr fast 50 Jahren nicht mehr so richtig erneuert, erklärte Sachbearbeiter Herbert Feicht den Mitgliedern des Kreistags am Montagnachmittag. Die Folge: "Wir haben ein bisschen Angst, dass die Anlage im nächsten Winter ausfallen könnte." Die Vaterstettener Gymnasiasten müssten dann wieder frieren.

Weil das im Kreistag natürlich keiner will, genehmigten dessen Mitglieder die Erneuerung der Zentrale einstimmig. 370 000 Euro kostet das den Landkreis in diesem Jahr, außerdem weitere 15 000 Euro Honorare, die allerdings schon gezahlt sind. Wenn die Handwerker schon einmal anrücken, werde dabei auch die Trinkwassertrennstation aus der Heizungszentrale in die Sanitärzentrale verlegt. "Aus Platzgründen" sei das eine "notwendige" Arbeit, informierte Feicht die Kreisräte. Zudem werde man dabei die gesamte Anlage energetisch optimieren. So sollen zum Beispiel entsprechende Regulierventile und Passstücke für Wärmemengenzähler verbaut werden.

Ein erster Versuch, die Umbauten über die Regierung von Oberbayern finanziell fördern zu lassen, war nicht erfolgreich. Deshalb beauftragten die Kreisräte die Verwaltung auch damit, nach weiteren Fördermöglichkeiten zu suchen. Kreisrätin Renate Glaser (ÖDP) regte an, den Fördertopf des European Energy Awards anzuzapfen. Das ist ein europaweites Zertifikat für Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik. Gemeinden und Landkreise, die daran teilnehmen möchten, können auf eine Förderung des Freistaates hoffen. Derzeit, so berichtete Glaser aus einem Treffen des Kimabeirats, sei diesbezüglich geplant, das Gebäude des Landratamtes mit sparsameren LED-Leuchten zu bestücken. Das sei allerdings eine Investition, die sich dank der dadurch sinkenden Stromkosten schnell refinanzieren ließe. Das könnte man also eher aus eigener Tasche zahlen, argumentierte Glaser. Stattdessen könnte die Erneuerung der Heizungszentrale im Vaterstettener Gymnasium über den Topf des European Energy Awards laufen, so die Idee. Laut Herbert Feicht sei dieses Vorgehen aber "schwierig". Weshalb die Verwaltung nun nach anderen Förderungen sucht.

© SZ vom 12.05.2021
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