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Großeinsatz der Polizei:Sehr schlechte Luft

Weil die Bewohner unter Atembeschwerden leiden, wird ein Poinger Wohnhaus evakuiert

Rätselhafte Atembeschwerden, unter denen die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Poing-Süd litten, haben am Montagabend Polizei und Rettungskräfte beschäftigt. Das Haus wurde von der Feuerwehr evakuiert, 21 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Eine 82-jährige Rentnerin, die gegen 21.20 Uhr nach Hause gekommen war, hatte ihre Enkelin um Hilfe gebeten, weil sie nur noch schlecht Luft bekam. Als die 36-Jährige, die sofort zu ihrer Großmutter eilte, in deren Wohnung ebenfalls eine Reizung der Atemwege verspürte, öffnete sie zunächst alle Fenster. Wie die Polizei weiter mittelte, bekamen das wiederum ein 31-jähriger Bewohner und eine 27-jährige Bewohnerin des Mehrfamilienhauses mit und eilten zu Hilfe. Auch diese beiden Personen verspürten daraufhin ein Brennen in den Atemwegen. Daraufhin wurde die Integrierte Leitstelle verständigt. Durch die anschließend eingetroffenen Rettungskräfte wurde das Haus evakuiert, die Bewohner wurden für die Dauer des Einsatzes im Feuerwehrhaus untergebracht. Bei der vorab durchgeführten Befragung durch den Rettungsdienst klagten vier weiter Personen über Beschwerden.

Nachdem ein Feuerwehrmann während des Einsatzes eine leichte Kreislaufschwäche erlitt, wurden insgesamt somit neun Personen verletzt, von denen fünf vorsichtshalber in ein Krankenhaus kamen. Vier Bewohner konnten das Krankenhaus noch im Laufe der Nacht wieder verlassen.

Der Feuerwehrmann konnte seinen Einsatz bereits nach einer kurzen Erholungspause fortsetzen. Auf der Suche nach der Ursache der Beschwerden führten die Feuerwehrkräfte in sämtlichen Räumen inklusive Keller und Tiefgarage Gefahrenstoffmessungen durch. Alle Messungen verliefen allerdings negativ. Das Mehrfamilienhaus wurde im Anschluss mittels Gebläse gelüftet. Gegen 1.30 Uhr wurden die Wohnungen wieder freigegeben, die Bewohner konnten in das Haus zurückkehren.

Am Einsatzort eingesetzt waren die Feuerwehren aus Parsdorf, Poing, Eglharting, Forstinning uns Kirchseeon. Vor Ort waren zwei Kreisbrandmeister, vier Rettungswagen, ein Notarztfahrzeug sowie zwei Streifenfahrzeuge der Polizeiinspektion. Die Ursache für die Beschwerden der Hausbewohner konnte jedoch bislang nicht geklärt werden. Sämtliche verletzten Personen klagten über Atemwegreizungen und leichte Atembeschwerden sowie ein Kratzen im Hals. Keiner der Personen konnte jedoch einen ungewöhnlichen oder eigenartigen Geruch feststellen. Die Polizei Poing hat die Ermittlungen übernommen.

© SZ vom 02.08.2017 / SZ
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