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Großbrand in Grafing:Spurensuche im Baustofflager

Ein technischer Defekt? Die Kriminalpolizei rätselt weiter über die Ursache des Großbrands im Grafinger Baumarkt. Das Feuer im Bauernhof hingegen ist geklärt.

Barbara Mooser

Brandermittler der Kripo Erding und ein Brandgutachter des Landeskriminalamts sind bei der Aufklärung der beiden Großbrände Ende vergangener Woche einen Schritt voran gekommen. Nach Einschätzung der Experten könnte ein technischer Defekt Ursache des Großbrands sein, der am vergangenen Freitag im Grafinger Hagebaumarkt einen riesigen Sachschaden verursacht hat - allerdings sind hier noch weitere Untersuchungen nötig.

Großbrand im Grafinger Baumarkt: Ein Feuerteufel war wohl nicht am Werk, glauben die Brandexperten der Kripo Erding. Stattdessen vermuten sie einen technischen Defekt.

(Foto: region.ebe)

"Unstrittig" ist inzwischen dagegen laut Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, dass sich beim Brand eines Stallgebäudes in Steinhöring Heu selbst entzündet hat.

Wie berichtet, haben am Freitag innerhalb weniger Stunden zwei verheerende Brände im Landkreis gewütet. Zuerst hatte sich ein Baustofflager des Grafinger Hagebaumarkts entzündet, wenig später geriet der Stall eines Bauernhofs in Steinhöring in Brand. Bei beiden Bränden entstand ein Schaden von je 500.000 Euro. Doch damit erschöpfen sich die Parallelen zwischen den Bränden auch schon, wie Kammerer unterstreicht.

Beim Bauernhofbrand gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass hier ein Brandstifter am Werk gewesen sei, so der Polizeisprecher. Hier hätten die Brandexperten von Polizei und LKA "keine Zweifel daran", dass das Feuer durch Selbstentzündung im Heustock entstanden ist.

Noch nicht ganz so klar ist die Ursache des Baumarktbrandes. Hier war zunächst gemutmaßt worden, dass ein Einbrecher das Feuer im Baustofflager gelegt haben könnte. Anlass für diese Vermutungen war die Tatsache, dass das Schloss einer Tür am Nebengebäude offenbar aufgebrochen worden war. Die bisherigen Ermittlungen ließen aber große Zweifel daran aufkommen, dass sich diese erste Theorie bestätigen werde, so Kammerer. "Es handelt sich um ein älteres Schloss, das längst seine Funktionsfähigkeit verloren hatte", erläutert er. Ob das Schloss möglicherweise bei einem früheren Einbruch zerstört wurde oder auf andere Weise kaputt ging, ist derzeit noch ungeklärt. Momentan hielten die Ermittler es aber eher für unwahrscheinlich, dass im Zuge eines Einbruchs der Brand gelegt wurde. "Ein aktueller Einbruch ist jedenfalls nicht belegbar", so Kammerer.

Wie der Brand aber tatsächlich entstanden ist, das wissen die Experten auch noch nicht. Dass das Feuer in der Halle, in der Bitumen und Styropor gelagert waren, eine so große und zerstörerische Hitze entwickelt hat, macht die Suche nach der Brandursache schwierig. Allerdings könnte nach Angaben des Polizeisprechers ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst haben, denn in der Halle wurde ein Strahler als Lichtquelle verwendet. Derzeit würden noch Spuren untersucht und chemische Analysen vorgenommen, von denen man sich Aufschluss erhoffe.

© SZ vom 17.06.2010/hai
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