Volkshochschule:Höhere Gebühren trotz Rücklagen

Volkshochschule: Mit den sanierten Räumen im Haschler-Turm sind sowohl die Vertreter der Musikschule als auch der Volkshochschule vollauf zufrieden.

Mit den sanierten Räumen im Haschler-Turm sind sowohl die Vertreter der Musikschule als auch der Volkshochschule vollauf zufrieden.

(Foto: Christian Endt)

Den Überschuss für Investitionen erstattet der Zweckverband Kommunale Bildung mit VHS und Musikschule den angeschlossenen Kommunen zwar. Allerdings müssen diese für die laufenden Kosten mehr bezahlen.

Von Jessica Morof, Grafing

Ausreichend Rücklagen, wenig Investitionen und tolle neue Räumlichkeiten: Durchweg zufrieden haben sich die Vertreter der Musikschule und der Volkshochschule in ihrer Ausschusssitzung des Zweckverbandes Kommunale Bildung am Mittwochabend gezeigt. "Wir haben so viel Geld für Investitionen angesammelt - so viel brauchen wir gar nicht", sagte der Leiter des Zweckverbandes, Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel (CSU). Für die Kommunen ist dies eine erfreuliche Nachricht: Sie erhalten auch in diesem Jahr eine Rückzahlung. Gleichzeitig werden allerdings Umlagenpauschalen und Gebühren der Musikschule erhöht.

120 000 Euro sollen aus der Rücklage der Volkshochschule entnommen und an die Verbands- sowie die Vertragskommungen ausgezahlt werden. "Wir haben keine größeren Investitionsprojekte gestartet", betonte Martina Eglauer, die Leiterin der VHS, in der Sitzung. Grund für die hohen Einnahmen sind unter anderem die Steigerung des Kursbetriebs - vor allem in den Deutsch-, Gesundheits- und Gesellschaftskursen - sowie Mehreinnahmen durch staatliche Zuschüsse. Aus diesem Grund schlägt der Ausschuss vor, die bislang eingeforderte Investitionsumlage aufzulösen und auch diesen Betrag an die Verbandsgemeinden zurückzuzahlen.

Die Erhöhung des TVöD wirkt sich auf die Personalkosten aus

Warum der Zweckverband nicht lieber die Umlagen senke, statt einmalig so hohe Beträge zurückzuzahlen, wollte daraufhin ein Ausschussmitglied wissen. Udo Ockels prompte Antwort: Das würde nur Sinn machen, wenn die hohen Rücklagen auf der Bank mehr Zinsen einbringen würden. So nutzt der Verband lieber weiterhin die regelmäßigen Umlagezahlungen. Und die werden wohl sogar noch steigen.

Der Grund sind die wachsenden Personalkosten sowohl bei Musikschule als auch bei der VHS. Denn der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) erhöht sich um 2,7 Prozent, was zusätzliche Kosten für das Lehrpersonal bedeutet. Außerdem sei die Entwicklung in den Deutschkursen schwer vorauszusehen, erklärte Eglauer: Die Nachfrage steige zwar, aber auch die Zahl der Konkurrenten wachse weiter.

Unterrichtsformen der Musikschule im Wandel

Auch Peter Pfaff, Leiter der Musikschule, erklärte, weshalb die Umlagenpauschale sowie die Kursgebühren steigen werden: Zum einen hätten sich die Unterrichtsformen in den vergangenen Jahren verschoben. Mehr Schüler würden nun in Kooperationsprojekten mit Schulen und Kindergärten unterrichtet; dafür gebe es weniger Gruppenstunden im sogenannten Hauptfachunterricht. Diese Strukturen seien aus finanzwirtschaftlicher Sicht nicht ganz so ideal. Zusätzlich müsse man neben den Personalmehrkosten nun auch zusätzliche Finanzen für die Bewirtschaftung des neuen Gebäudes in Haidling 17 einplanen. Diese seien schließlich in der Zeit seit der Schließung der Rotterstraße weggefallen und hätten sich auf die Zahlungen ausgewirkt.

Höchst zufrieden zeigten sich im Anschluss an die Finanzberichte sowohl Eglauer als auch Pfaff mit den neuen Räumlichkeiten im Haschler-Turm. "Die Räume werden von den Teilnehmern sehr geschätzt", betonte Eglauer und auch die Lehrkräfte seien zufrieden. Insbesondere seit dem Fahrplanwechsel der Busverbindungen im Dezember 2015 sei der neue Standort auch für Kinder und ältere Menschen gut zu erreichen. Der Musikschulleiter Pfaff lobte vor allem auch die tolle Akustik in den Räumen. "Zwischen den Geschossen dringt so gut wie nichts mehr durch", lobte er. "Das haben wir fast nicht glauben können." Beide dankten der Stadt Grafing und ihrer Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) für ihre Unterstützung.

© SZ vom 29.01.2016/moje
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