Die Bärenstadt ist nun offiziell um eine Attraktion reicher. Das umstrittene Einheitsdenkmal der CSU ist demnächst in ganz Bayern bekannt, es ist bald Thema im Bayerischen Rundfunk (BR). Am Dienstag gab es dazu bereits einen Ortstermin samt Interviews mit Stadträten, hier Keno Maierhofer (Grüne), Walter Schmidtke (Bayernpartei) und Christian Einhellig (Freie Wähler). Anschließend gab es einen Besuch bei Bürgermeister Christian Bauer (CSU) im Rathaus.
Dabei wäre es beinahe nichts geworden mit der überregionalen Popularität des Denkmals, genau eine Woche bevor es von einem BR-Filmteam Besuch bekam, hätte das Ende des Mäuerchens beschlossen werden können. Zumindest wenn es nach dem Willen der Mehrheit im Stadtrat gegangen wäre. Von den 24 Mitgliedern des Gremiums hatten 13 beantragt, die Mauer möge abgerissen werden. Was der Bürgermeister indes zu verhindern wusste, er verwies auf einen Beschluss aus dem November, wonach sich ein Arbeitskreis mit der Zukunft der Mauer beschäftigen solle. Damit sei das Thema eine "laufende Angelegenheit" und falle in die alleinige Zuständigkeit des Bürgermeisters. Weshalb der Antrag auch nicht auf die Tagesordnung gesetzt werde, auch nicht in einer der kommenden Stadtratssitzungen. Was man bei den Antragstellern als klaren Bruch der Geschäftsordnung des Gremiums auffasste, worin eine inhaltliche Prüfung von Anträgen nicht durch die Verwaltung zu erfolgen hat. Nur der Stadtrat selbst könne demnach entscheiden, für einen Antrag nicht zuständig zu sein. Immerhin soll der Arbeitskreis nun bald das erste Mal tagen, am Montag, 22. März, um 18 Uhr in der Stadthalle ist es so weit. Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail-an info@grafing.de oder telefonisch unter (08092) 703-9111 anmelden.
Die Mauer sorgt seit gut fünf Monaten für Ärger aber auch für Belustigung in und um Grafing. Die CSU hatte zum Tag der Deutschen Einheit ein Denkmal, bestehend aus vier Bäumen und eben der Mauer, im Stadtpark aufstellen lassen. Inklusive einer mittlerweile verschwundenen Plakette mit den Namen der Europaabgeordneten Angelika Niebler, des Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, des Landtagsabgeordneten Thomas Huber und von Bürgermeister Christian Bauer - weshalb sie Zielscheibe für CSU-kritische Graffiti wurde. Der neueste Spruch in der Reihe deutet die Mauer als Grabmal für die Partei um.
Zu sehen ist der Beitrag über die Grafinger Mauer am Donnerstag, 11. März, in der Sendung Abendschau im Bayerischen Fernsehen gegen 18 Uhr.
Bleibt nur die Frage, ob man danach das Mäuerchen wirklich noch abreißen kann, wo es doch quasi zur überregionalen Sehenswürdigkeit aufgestiegen ist.