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Schülerfirma:Grafinger Schüler entwickeln ein Handtuch, das mehr kann

Wohin im Fitnessstudio mit Handy, Schlüssel, Geld? Junge Leute vom Max-Mannheimer-Gymnasium haben sich da etwas einfallen lassen

Von Katrin Kastenmeier, Grafing

13 Schülerinnen und Schüler des Grafinger Max-Mannheimer Gymnasiums haben das Sporthandtuch entworfen.

(Foto: Privat)

Schwitzend und mit rotem Kopf auf dem Stepper oder der Hantelbank. Im Fitnessstudio kann es schnell heiß hergehen. Um während des Trainings dennoch einen kühlen Kopf zu bewahren, ist das Sporthandtuch ein essentieller Begleiter. Zusätzlich meist ausgestattet mit Smartphone, Kopfhörern und dem Schlüssel zum Spind bahnt man sich seinen Weg durch die Trainingsgeräte. Aber wohin mit den Wertsachen zwischen Beinpresse und Laufband? Die Lösung dieses Problems haben sich im vergangenen Jahr 13 Schülerinnen und Schüler einer elften Klasse des Grafinger Max-Mannheimer-Gymnasiums zur Aufgabe gemacht.

Im Rahmen eines Projektseminars hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Unterstützt und begleitet werden sie dabei von "Junior", einem Programm des Instituts der deutschen Wirtschaft. "In der Entscheidung, welches Produkt es am Ende sein soll, waren wir ganz frei", erzählt Jonathan Koch. Er ist einer der zwei Vorstände von "FitFur" und koordiniert das 13-köpfige Schülerunternehmen.

Das Teamwork hat allen Spaß gemacht

"Wir gehen fast alle selbst ins Gym, und es ist jedes Mal superstressig, die eigenen Wertsachen unterzubringen." Dazu komme, dass viele Trainingsgeräte keine Haken hätten, um ein Handtuch aufzuhängen. "Oft fällt es dann auf den Boden, wird schmutzig und fühlt sich unhygienisch an", berichtet der Schüler weiter. Daher konnte sich das Team schnell einigen, ein Produkt zu entwickeln, das den Besuch im Fitnessstudio erleichtern soll.

Das entworfene Sporthandtuch besteht aus einem leichten Polyester, das schnell trocknet.

(Foto: Privat)

Ziel des Seminars war es, die Wirtschaft direkt in der Praxis kennenzulernen. Doch bevor sich die Seminarteilnehmer an die Arbeit machen konnten, musste das Unternehmen erst einmal strukturiert werden. "Im Verlauf der Unternehmensgründung haben wir uns in verschiedene Arbeitsgruppen wie Marketing, Finanzen und Produktion aufgeteilt, damit jeder eine klare Aufgabe und Verantwortung hat", sagt Koch und betont, dass hier das Teamwork am meisten Spaß gemacht habe. Zwar wurden die Schüler von einem betreuenden Lehrer und einem Berater des Junior-Programms unterstützt, aber laut Koch habe es keine Hierarchie gegeben. "Jeder hat seinen Job ernst genommen, und es war toll, dass wir einfach machen konnten, ohne dass jemand die ganze Zeit über uns steht."

Vielleicht gibt es eine zweite Edition

Seit September 2020 tüftelten die jungen Unternehmer an ihrem Produkt, verkauften Anteilsscheine als Startkapital, veröffentlichten eine eigene Webseite und setzten sich mit Design und Material auseinander. Ziel sei es gewesen, etwas völlig Neues zu entwickeln. "Damit man unser Allround-Handtuch überall, aber besonders an Trainingsgeräten aus Eisen aufhängen kann, haben wir einen herausnehmbaren Magneten eingearbeitet", erzählt Koch über den Entwicklungsprozess. Außerdem biete das Handtuch zwei eingenähte Taschen für Smartphone, Schlüssel und andere kleine Wertgegenstände. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der mit der Gründung des Unternehmens einherging, war das Finden eines Logos. Passend zum Firmennamen, der laut Koch symbolisch für das widerstandsfähige Fell des Grafinger Bären stehen soll, prangt eben dieser nun bepackt mit Muskeln auf der Vorderseite des grauen Mikrofaserhandtuchs.

"Wir sind sehr stolz auf unser Endprodukt", sagt Koch und freut sich, das Handtuch an diesem Freitag von 15.30 Uhr an vor dem Rewe in Grafing verkaufen zu können. Schnell sein lohnt sich, denn die Stückzahl ist limitiert. Wie es in Zukunft mit FitFur weitergeht steht auch schon fest: "Wir schauen mal wie die Vorbestellungen so laufen und überlegen gerade, ob wir noch eine zweite Edition herausbringen werden." Trotz des erfolgreichen Konzepts bleibe das Sporthandtuch vorerst ein Schulprojekt, und das Unternehmen wird nach dem Seminar wieder aufgelöst. Dennoch ist Koch froh, dass er durch FitFur erste praktische Erfahrungen im Unternehmensbereich sammeln konnte. "Und vor allem, dass ich im Gym jetzt ein Problem weniger habe."

© SZ vom 18.06.2021
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