bedeckt München

Asylunterkunft Grafing:Eine Perspektive für fünf Eritreer

Grafing - Drama bei Flüchtlingsumsiedelung nach Pliening

Einige der Flüchtlinge, die von der Unterkunft am Grafinger Gymnasium nach Pliening umziehen sollen, wollen das nicht hinnehmen.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Fünf anerkannte Flüchtlinge, die von der Asylunterkunft Grafing nach Pliening hätten umziehen sollen, bekommen nun eine andere Unterkunft. Die restlichen Bewohner müssen wechseln - einige weigern sich noch immer.

Es ist deutlich leerer geworden in der Flüchtlingsunterkunft am Grafinger Gymnasium, doch 14 Bewohner aus Senegal, Somalia und Sierra Leone weigern sich nach wie vor, aus dem Containerbau auszuziehen. Sollte es dabei bleiben, wird das Landratsamt die Unterkunft mit Hilfe der Polizei räumen lassen. Wann das geschehen soll, ist indes noch nicht klar, wie Landratsamts-Sprecherin Evelyn Schwaiger mitteilt: Derzeit werde der weitere Zeitplan mit der Polizei abgestimmt.

Fünf andere Bewohner indes haben Glück: Sie können in Grafing bleiben; die Stadt halte eine Wohnung für "absolute Notfälle" bereit, so Bürgermeisterin Angelika Obermayr. In diese könnten die Eritreer, deren Asylanträge bereits anerkannt sind und die in Grafing Arbeits- oder Praktikumsplätze haben, nun nutzen.

Die Lage in der Plieninger Halle ist entspannt

Am Montag hatte es einen großen Polizeieinsatz an der Unterkunft gegeben, weil ein früherer Bewohner auf das Dach geklettert war und gedroht hatte zu springen. Der 20-Jährige wollte damit seine Solidarität mit den 32 Bewohnern beweisen, die gegen ihren Willen in die Traglufthalle nach Pliening umziehen sollten. Inzwischen hat sich ein Teil der Grafinger Flüchtlinge dort tatsächlich eingerichtet. Zunächst seien die Neuankömmlinge etwas "unwirsch" gewesen, sagt Plienings Bürgermeister Roland Frick, dies sei auch nachvollziehbar. Doch inzwischen sei die Lage in der Halle, wo derzeit 175 Menschen wohnen, wieder entspannt. Das sei vor allem dem sehr engagierten Helferkreis zu verdanken.

Unwahrscheinlich ist jedenfalls, dass die Flüchtlinge, die derzeit noch am Grafinger Gymnasium wohnen, zusammen nach Pliening kommen. Man wolle Konfliktpotenzial vermeiden, sagt die Landratsamtssprecherin; die Frist für einen gemeinsamen Umzug sei am Montag abgelaufen. Geld für Lebensmittel oder Taschengeld erhalten die 14 Männer ebenfalls nicht, wenn sie nicht in der Unterkunft leben, die ihnen zugewiesen ist.

© SZ vom 01.06.2016 / moo/moje
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema