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Die Pandemie in Ebersberg:Corona-Ausbruch in Grafinger Tagespflege

Barmer Pflege-Report 2020

Symbolfoto.

(Foto: dpa)

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Ebersberg steigt dadurch wieder deutlich an.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Eine Weile sah es so aus, als würde sich die Lage in der Corona-Pandemie im Landkreis Ebersberg stetig entspannen. Doch nun geht es wieder in die andere Richtung: Während zunächst die Sieben-Tage-Inzidenz nur leicht anstieg, hat sie nun einen deutlichen Sprung nach oben gemacht: von 42,5 am Mittwoch auf 53,6, diesen Wert wies das Dashboard des Robert-Koch-Instituts am Donnerstag auf. Hauptursache ist, wie Landratsamts-Sprecherin Evelyn Schwaiger erläutert, ein Corona-Ausbruch in der Tagespflege des Pflegestern in Grafing. 17 Corona-Fälle wurden hier registriert. Daneben sind drei Infektionen auf Reiserückkehrer aus dem Kosovo zurückzuführen, die meisten der übrigen steckten sich bei Infizierten im eigenen Haushalt an.

In allen Seniorenheimen im Landkreis sind bereits seit einiger Zeit die Impfungen abgeschlossen, nun wären auch die Bewohner der Tagespflegeeinrichtungen an die Reihe gekommen. In Grafing wäre ein Impftermin am Donnerstag geplant gewesen, dieser wurde natürlich abgesagt. Im Betrieb ist die Tagespflege momentan nicht, weil die Besucher entweder infiziert oder als Kontaktpersonen in Quarantäne sind, wie die Sprecherin des Landratsamts erläutert.

Insgesamt gab es am Donnerstag im Landkreis 24 neue bestätigte Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus, vor einer Woche waren es noch elf Neuinfektionen gewesen. Die Zahl der nachweislich Infizierten liegt damit aktuell bei 110 Personen, dies entspricht dem Wert von Mitte Oktober, heißt es aus dem Landratsamt. Gegen das Coronavirus geimpft sind mittlerweile 6830 Menschen aus dem Landkreis, mehr als die Hälfte davon, insgesamt 3818, sind älter als 80 Jahre. Weitere 4464 Personen im Landkreis gelten nach einer Corona-Infektion als geheilt.

Unterdessen will man mit Tests das Infektionsgeschehen auch an den Schulen kontrollieren und in Schranken halten. Kostenlose Tests im Diagnostikzentrum für Schülerinnen und Schüler seien aber bisher eher verhalten angenommen worden, bis zum Mittwoch wurden 259 Kinder und Jugendliche getestet. Jetzt gebe es das Angebot, die Tests direkt an den Schulen vorzunehmen, an zwei von ihnen machen die mobilen Testteams nächste Woche Station. Getestet werden dürfe allerdings nur, wenn die Eltern ihr Einverständnis erklärt hätten, so Schwaiger.

Was die Disziplin bei der Einhaltung der Corona-Präventionsmaßnahmen betrifft, registriert man bei der Polizei in Ebersberg langsam gewisse Ermüdungserscheinungen. "Das Verständnis wird schon weniger. Oder vielmehr, man macht sich weniger Gedanken", stellt Ulrich Milius, Chef der Ebersberger Polizeiinspektion, fest.

Vor allem viele junge Leute träfen sich bei dem frühlingshaften Wetter, ohne groß auf Kontaktbeschränkungen zu achten. Schwerpunkte sind dabei laut Milius in Ebersberg, Grafing und Kirchseeon. "Manchmal sind Leute dabei, die wir schon zum fünften oder sechsten Mal erwischen." Welche Strafen dabei verhängt werden, liegt in der Entscheidung des Landratsamts.

Eins unterstreicht Milius aber: "Die große Masse der Leute verhält sich gut." Das berichtet auch René Dorfmann von der Poinger Polizei, er spricht sogar von einer eher rückläufigen Zahl der Fälle. Wurden im Januar im Bereich der Polizeiinspektion Poing noch 82 Verstöße gegen die Coronaregeln registriert, waren es im Februar bis einschließlich diesen Donnerstag nur 33, also deutlich weniger.

© SZ vom 26.02.2021/koei
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