Goldafter Haarige Raupen fressen Poinger Obstbäume kahl

Kahle Bäume (Symbolfoto).

(Foto: Florian Peljak)

Das Ungeziefer heißt Goldafter und ist zum ersten Mail in Poing unterwegs. Dafür umso einschlägiger.

Von Barbara Mooser, Poing

Wie im tiefsten Winter sehen derzeit einige Bäume auf der Streuobstwiese am Poinger Moarweiher aus, völlig kahl und blattlos. Das frische Grün wurde von Raupen weggefressen, die zum ersten Mal derart massiv im Landkreis aufgetreten sind.

Goldafter ist der Name des haarigen Tiers, das aber nicht nur für Bäume ein Problem ist, sondern auch für Menschen gefährlich werden kann. Seine Brennhaare verursachen Hautreizungen, allergische Reaktionen und Atembeschwerden. Laut Johann Taschner, Chef der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, kann es schon allein dann zu Beschwerden kommen, wenn man unter einem befallenen Baum den Rasen mäht und die reizauslösenden Haare der Raupe aufwirbelt. Die Gemeinde hat daher nun aufgerufen, die Wiese möglichst zu meiden und herumliegende Äste nicht anzufassen.

Ein Mitarbeiter des Baubetriebshofs hatte Mitte Mai den starken Befall auf der Wiese festgestellt, inzwischen lässt die Gemeinde die Raupen von den Bäumen absaugen und versucht so, den Schaden einzudämmen. In der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt ist bisher kein weiterer Befall im Landkreis bekannt. "Es ist auch das erste Mal, dass wir diese Raupe bei uns haben - zumindest wurde uns in den vergangenen Jahren nichts entsprechendes gemeldet", erläutert Johann Taschner. Im Gegensatz zu den häufig anzutreffenden Raupen der sogenannten Gespinstmotten, die häufig Gebüsche und Sträucher befallen und immer wieder gemeldet würden.

Die Raupe des Goldafters ist laut Taschner zu erkennen an den vielen Haaren und an zwei leuchtend roten Warzen hinten am Körper. Es handle sich um eine heimische Art, die Raupe sei schon länger bekannt, allerdings herrschen gerade für sie beste Bedingungen. "Der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising zufolge fühlt sich der Goldafter sich jetzt - als wärmeliebende Art - dank des Klimawandels bei uns besonders wohl", so Taschner. Außer an Obstbäumen frisst sich der Goldafter gern auch an Eichen und Hecken wie Weißdorn satt. Bei Befall bleibt laut dem Chef der Naturschutzbehörde nur eines: die Puppennester wegschneiden und eventuell die Gemeinde informieren.

Allerdings schätzt Taschner die Gefahr für den Baumbestand im Landkreis derzeit als nicht allzu groß ein: "Denn die Raupe ist durchaus bei den Vögeln als Futtertier beliebt. Und derzeit sind die Elternvögel schwer mit der Fütterung ihrer Nachzuchten beschäftigt. "

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