Süddeutsche Zeitung

Glonn:Neubau statt Übergangsquartier

Gemeinde Glonn will kommunalen Kindergarten im Klostergarten errichten

Glonn - Im ersten Moment hört es sich an, als wären die Glonner Gemeinderäte größenwahnsinnig geworden: Die Kommune wird nicht mehr nur den Neubau des Pfarrkindergartens mitfinanzieren, sondern will zudem eine eigene neue Tagesstätte bauen. In der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 29. März, werden die entsprechenden Planentwürfe für den Neubau, der im Klostergarten entstehen soll, vorgestellt.

Erst kürzlich stimmte das Gremium der Mitfinanzierung des neuen Pfarrkindergartens zu. In zähen Verhandlungen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat hatte man zuvor eine maximale Beteiligung von 1,5 Millionen Euro ausgehandelt. Im Gegenzug sicherte die Kirche zu, ihrerseits die Mietkosten für eine Übergangsunterkunft für die Kinder der katholischen Tagesstätte während der eineinhalbjährigen Bauphase zu übernehmen. Laut Presseerklärung von SPD und CSU wurde dafür ein Betrag von 220000 Euro angesetzt.

Im Zuge der Überlegungen, wie diese befristete Unterbringung der drei Kindergartengruppen realisiert werden könne, sei aus den Reihen der CSU-Fraktion der Vorschlag aufgekommen, doch besser gleich eine Dauerlösung zu schaffen. "In der kommunalen Tagesstätte können während der 18-monatigen Bauphase die Pfarrkindergartenkinder untergebracht werden, anschließend die Kinder, die derzeit im Awo-Kindergarten in Zinneberg und im Kijufa-Kinderhaus in Glonn in Mietobjekten betreut werden", heißt es in dem von Bürgermeister Martin Esterl (SPD), SPD-Sprecherin Elisabeth Tuschter und CSU-Sprecher Georg Raig unterzeichneten Schreiben. Aufgrund der dadurch langfristig wegfallenden Mietkosten in Zinneberg und der Klosterschule lasse sich die Kreditaufnahme für den Neubau "bestens finanzieren".

Der Standort Klostergarten biete aufgrund seiner Nähe zum Hort und zur Schule vielerlei Synergieeffekte. Zudem werde das Gelände jetzt schon ausschließlich von Kindern genutzt. Für den Neubau werde in etwa ein Drittel der Fläche des Klostergartens benötigt. Der alte Baumbestand könne ebenso erhalten bleiben wie das Feldkreuz und ein Gedenkstein des Kulturvereins.

Die Verkehrs- und Parksituation sei untersucht worden - mit dem Ergebnis, dass durch eine geeignete Verkehrsführung den Belangen der Anwohner und vor allem der Sicherheit der Kinder Rechnung getragen werden könne. Zudem geht man davon aus, "dass der Klostergarten keiner anderen Nutzung zugeführt werden soll" - während die Gemeinde über ihre Grundstücke an der Geschwister-Scholl- und an der Kastenseestraße weiterhin frei verfügen könnte.

"Diese einmalige Chance, ohne Neuverschuldung eine eigene Kindertagesstätte in Glonn zu errichten, sollte sich der Marktgemeinderat, so die breite Mehrheit, auf keinen Fall entgehen lassen", heißt es. Zumal eine große Lösung für Kindergarten und Hort auf der Gemeindewiese, wie sie die Freien Wähler vorgeschlagen hatten, "finanziell derzeit in keiner Weise darstellbar" sei.

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Quelle:
SZ vom 23.03.2011
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