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Glonn:Letzte Stunden im Marienheim

Hospiz Arista

In der Hospizinsel im Marienheim will man sich speziell auf die besonderen Bedürfnisse Sterbender einstellen.

(Foto: dpa)

Im Glonner Caritas-Altenheim wird für die vom Landkreis beschlossene Hospizinsel geplant

Von Daniela Gorgs, Glonn

Das Caritas Marienheim liegt umgeben von Wiesen und Hügeln in Glonn. Von den Zimmern aus haben die Bewohner einen Blick über die Marktgemeinde oder in die Berge. Es ist ein idyllischer Ort. Wenn alles nach Plan läuft, sollen dort noch in diesem Jahr bis zu sechs schwerkranke Menschen ihre letzten Stunden verbringen dürfen. Der Landkreis Ebersberg möchte unter dem Dach des Glonner Marienheims eine sogenannte Hospizinsel einrichten, eine Wohngemeinschaft für Palliativpatienten. Im Oktober vergangenen Jahres beschloss der Sozialausschuss des Kreistags Ebersberg, dafür die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen. Führen soll die Hospizinsel die Caritas München-Land.

Für den Leiter des Altenheims, Hubert Radan, ist der Standort am Marienheim sehr bedeutend. "Wir haben großes Interesse an der neuen Aufgabe, und auch genügend Platz." Vor ein paar Tagen erst führte er einen Vertreter des Landratsamtes, Jochen Specht, durch sein Haus. Sowohl im ersten als auch im vierten Stock gebe es ausreichend Einzelzimmer, Pflegebad und Funktionsräume. Es sei kein großer Umbau notwendig, wohl aber müsse renoviert werden. Für Specht ist das eine "glückliche Fügung". Das Angebot richtet sich an Patienten, die palliativ behandelt werden müssen und zu Hause nicht mehr versorgt werden können. Das Marienheim praktiziert laut Radan bereits seit Jahren eine Hospizkultur für seine Bewohner. Viele Mitarbeiter bildeten sich fort; sie wissen um die besonderen Bedürfnisse und Wünsche von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen.

Derzeit befindet sich das Projekt in der Konzeptions- und Organisationsphase. Zwei eigenständige Geschäftsbereiche der Caritas fusionieren für die Hospizinsel, wie Katja Goudinoudis, Leiterin des Dienstes für Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) der Caritas im Kreis Ebersberg, erklärt. Jetzt müssten die Prozesse definiert und eine Finanzierung geplant werden. Zwar gebe es in Glonn Synergieeffekte mit dem Altenheim, doch werde das vorhandene Personal nicht ausreichen. Heimleiter Radan schätzt, dass weitere drei bis fünf qualifizierte Mitarbeiter eingestellt werden müssen.

Zur großen Freude des Landkreises schlug die Caritas bereits Fundraising-Instrumente vor. Der Förderverein "Behütet leben und sterben" wird Spenden von Firmen und Privatpersonen einsammeln.

Sämtliche Aktivitäten erfolgten in enger Absprache mit dem Christophorus-Hospizverein Ebersberg. "Wir arbeiten sehr eng und vertrauensvoll miteinander und sind in ständigem Austausch, sagt Katja Goudinoudis.

© SZ vom 07.01.2021
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