Glonn Gemeinsame Sache

Beim Glonner Neujahrsempfang würdigt Bürgermeister Josef Oswald die Zusammenarbeit des Gemeinderates und ehrt den Mitbegründer des WSV, Paul Huber, sowie die Franziskanerschwestern aus Split

Von Karin Kampwerth, Glonn

"Die Zukunft bringt, was wir der Zukunft bringen." Mit den Worten des Musikwissenschaftlers und Aphoristikers Peter Benary ist es Glonns Bürgermeister Josef Oswald (CSU) gleich zu Beginn des Neujahrsempfangs der Gemeinde am Montagabend im Marienheim gelungen, den Bogen zwischen Politik und Persönlichkeiten zu spannen. Politisch insofern, dass Oswald auf Beschlüsse des Gemeinderates zurückblickte, die für die künftige Entwicklung des Ortes maßgeblich gewesen seien. Oswald nannte etwa die Errichtung des Fußgängerüberweges auf Höhe der ehemaligen Bäckerei Winhart in Richtung Bahnhof, aber auch die künstlerisch gestaltete Lärmschutzwand zum Baugebiet nördlich der Rotter Straße sowie den Bau der Abwasserleitungen für Reinstorf und Hochfeld, die Umrüstung der Kläranlage oder die Erweiterung des Nahwärmenetzes.

Die Gäste dürfen sich erst nach den Reden und Liedern an den Häppchen laben - der Auftritt des Chor- und Orchestervereins ist dennoch ein Genuss.

(Foto: Christian Endt)

Für dieses Jahr nannte Oswald den Ausbau der Breitbandversorgung, den Anschluss der Kläranlage in Haslach an die Glonner Kläranlage und den Bau einer Wasserleitung nach Mattenhofen als wesentliche Projekte, denen er zuversichtlich entgegenblickt - auch, weil "im Gemeinderat ungeachtet politischer Unterschiede konstruktiv an guten Lösungen für die Gemeinde gearbeitet wird". Doch nicht nur auf politischer Ebene sind die Glonner ehrenamtlich aktiv. Vor allem um den gesellschaftlichen Zusammenhalt kümmern sich viele Bürger mit großem Engagement.

Bürgermeister Josef Oswald begrüßt unter den Ehrengästen des Neujahrsempfangs auch Altbürgermeister Martin Esterl (vorne links).

(Foto: Christian Endt)

Einen Aktiven rückte Oswald in den Mittelpunkt. Er verlieh Paul Huber, "oder auch Ambros Pauli, wie er von vielen genannt wird", die Bürgermedaille der Gemeinde. Der inzwischen 74-Jährige habe seine ehrenamtliche Tätigkeit im Alter von 14 Jahren begonnen, indem er beim Bau des Sportplatzes 1956 mithalf. Danach ging es Schlag auf Schlag. Kolpingfamilie, Gesangsverein, Kirchenchor, Sportverein, Schützenverein - überall habe Huber maßgeblich mitgewirkt, sagte der Bürgermeister in seiner Laudatio. Den Glonner Wintersportverein habe Huber mit gegründet, er leitete die Skigymnastik, spurte Loipen und fertigte mehr als 100 Wegweiser aus selbstgemachten Schablonen für den ersten Glonner Volkswandertag, wie Oswald nur einige der Verdienste Hubers anführte. In Zeit ausgedrückt bedeute das, dass Huber ausgehend von einer 40-Stunden-Woche fünf Arbeitsjahre für sportliche und kulturelle Zwecke der Gemeinde erbracht habe.

Geehrt wurden im Marienheim, also an ihrer Wirkungsstätte, aber auch die Franziskanerschwestern des Dritten Ordens aus Split. Seit 1966 kümmern sich die Schwestern um die Heimbewohner und unterstützen die Pflegekräfte. 72 Schwestern waren bislang im Einsatz im Marienheim. Vermittelt hatte den Kontakt zu der slowenischen Ordensgemeinschaft in Maribor Kardinal Julius Döpfner. Im September 1965 begannen die ersten Ordensschwestern ihren Dienst im Marienheim. "Seitdem haben sie vielen Menschen tagtäglich und auch in der Todesstunde Trost und Zuversicht gegeben, oft anstelle der Angehörigen", lobte der Bürgermeister. Stellvertretend für ihre Mitschwestern nahmen Oberin Luzija Plavsa sowie die Schwestern Silvana Klapez, Nada Masnic und Vesna Lapende einen Geschenkkorb als Anerkennung und Dank entgegen.